… was wir so lesen (Teil 2)

Ich bin jetzt mitten in dem Buch von Wolfgang Leonhard „Meine Geschichte der DDR“. Das ist hoch spannend, weil er zum einen sehr ungewöhnliche Biographie hat und weil er zum anderen eigentlich einer der Gründer der DDR hätte werden sollen. Jedenfalls sah es offenbar in den ersten Jahren nach Ende des zweiten Weltkriegs so aus. Er hatte – durch eher unglückliche Umstände – 10 Jahre seiner Jugend in Moskau verbracht und war dort in Kaderschule gegangen, also er war wirklich sehr intensiv im Kommunismus ausgebildet worden. Im Alter von 24 Jahren kam er dann nach Deutschland zurück, in der sogenannten „Gruppe Ulbricht“. Diese war beauftragt, im von der Sowjetunion besetzten Teil Deutschlands ein neues Staatswesen aufzubauen. Schon bald erkannte Wolfgang Leonhard aber, dass die Leiter der Gruppe, Walter Ulbricht, eher ein Angst-, Unterdrückungs- und Bespitzelungssystem wie es damals schon in der Sowjetunion herrschte, aufbauen wollte als einen – wie Wolfgang Leonhard hoffte – menschenfreundlichen Sozialismus. Deshalb entschloss er sich 1949, aus dem sowjetisch besetzten Teil Deutschlands nach Jugoslawien zu fliehen, wo er glaubte, diese Art Sozialismus unter Tito zu finden. Eine echt spannende Schilderung der damaligen Zeit und seiner Auseinandersetzung damit, wie ich finde.

Kann ich sehr empfehlen. Der Autor ist übrigens erst 2014 verstorben und lebte zuletzt in der Eifel.

… was wir so lesen …

Mir fiel ein Buch in die Hand, das ich vor vielen Jahr mal gelesen hatte und ich dachte, es passt zu Corona, zu Pandemie und zum Lockdown: „Eine Messe für die Stadt Arras“ von Andrzej Szczypiorski. Es spielt nach einer Pest. Aber es ist ein subversives Buch. Der Autor schildert darin, wie der Rat Stadt Arras nach dem Ende der Pest zahllose Personen hinrichten ließ, weil deren Ansichten denen der Ratsherren widersprachen oder die Ratsherren des mindestens vermuteten. Man muss wissen, dass Andrzej Szczypiorski den Roman im Jahr 1970 in Polen veröffentlichte, wo die herrschende kommunistische Partei genauso willkürlich mit den Menschen umging und Andrzej Szczypiorski wollte aufzeigen, wohin das führt, nämlich Angst in der Bevölkerung und Zersetzung der Gesellschaft und des Staates. Er musste seine Kritik an der polnischen Regierung aber tarnen, weil er sonst selbst verfolgt worden wäre. Das ist Andrzej Szczypiorski sehr geschickt gelungen durch „Eine Messe für die Stadt Arras“. Das folgende Zitat passt dazu:

Ich lese jetzt als nächstes die Memoiren von Wolfgang Leonhard „Meine Geschichte der DDR“. In der letzten Woche erschien ein Artikel in der Zeitung, der beschrieb, wie nach dem Mauerfall eine Familie aus der DDR erstmals nach vielen Jahren ihre Verwandten im Westen wiedertrafen. Die „Mauer“ hatte sie fast 30 Jahre lang getrennt. Ich glaube, dass W. Leonhard ein sehr gutes Beispiel für einen Menschen der ehemaligen DDR ist, der zunächst dachte, dass die Regierung den Menschen ein besseres Lebens als das „Leben im Westen“ ermöglichen wollte. Er musste dann über die Jahre herausfinden, wie die Regierung durch Manipulation, Schüren von Angst, Bespitzelung der eigenen Bevölkerung und deren Unterdrückung die Menschen „in Schach hielt“.

… zu Benni, der hoffentlich sicher bei Euch angekommen ist.

Benni wollte, dass ich ihm das um den Hals hänge, wenn er zu Euch kommt … 🙂

Lieber Matis, hoffentlich ist Benni gut bei Euch angekommen. Hier noch einmal der „Beipackzettel“:

Ich habe heute Morgen bei Euch eine Tüte abgestellt „Für Benni Terlau“ stand da drauf. Darin befanden sich Bennis Tabletten, das Mittel gegen Zahnstein, ein Anti-Zecken-/Floh-Halsband, Leckerlis und ein Beutel für Leckerlis. Bitte lass mir eine Nachricht zukommen, dass es angekommen ist. Insbesondere die Tabletten sind ja für Benni wichtig.

Liebe Grüße von Deinem Papa

New York, New York …

Vor 4 Jahren waren wir zu Ostern in New York. Dabei auch vier Tage insgesamt in Manhattan, Statue of Liberty and all the trimmings, so to speak.

Schöne Zeit. Hinterher mit dem Wohnmobil durch den Staat New York. Matis und Papa hatten das Wohnmobil ausgesucht. Großartig war das.

Zur Erinnerung war Dein Ostergeschenk eine kleine Freiheitsstatue aus Lego; ich hoffe, es hat Dir gefallen. Moritz hatte mich inspiriert. Hier der Baufortschritt seiner Freiheitsstatue:

Happy Eastern! Einen Brief gibt es im Login-Bereich.

Die am 19. Februar vereinbarten Hilfen

Vielleicht ist es gut zu wissen, dass die am 19. Februar vereinbarten Hilfen teilweise ausschließlich vom Gericht, teilweise von der Verfahrensbeiständin vorgeschlagen und befürwortet wurden. Der Richter, der ungefähr 25 Jahre Berufserfahrung als Familienrichter hat, schlug die Besprechung (Anamnese) zwischen mir und Deinem Psychotherapeuten vor. Die Idee der flexiblen Hilfe für Dich, also einen Helfer zu bestellen, der als Ansprechpartner Dir zur Seite steht, kam von der Verfahrensbeiständin; der Richter hat diese ebenfalls sehr befürwortet. Die Verfahrensbeiständin gilt ebenfalls als sehr erfahren und sehr hilfsbereit zugunsten von Kindern. Beide, Richter und Verfahrensbeiständin, waren enttäuscht darüber, dass die Tandemtherapie, die das Jugendamt befürwortet hatte, nicht Dich einbezieht. Es ist sehr wichtig, dass diese Hilfen nun durchgeführt werden, damit es Dir bald besser geht. Deshalb muss ich nun erneut den Weg zum Gericht wählen.

Ein Brief mit schönen Fotos findet sich im Login-Bereich.

Wandern am Laacher See

Zuerst einmal: Wie war die Postkarte, die gestern (26.3.) angekommen ist? Das Bild von Perseverence:

Heute waren Benni und ich am Laacher See zum Wandern. Wirklich nett dort:

An so einem Frühlingstag kann man sehen, wie die Natur so langsam wieder aus dem Winterschlaf zurückkommt:

Schön, oder? Naja, beim Fotografieren muss ich noch ein bisschen mehr üben. Ein Brief steht im login-Bereich bereit.

Anamnese

Ist ein komisches Wort. Es kommt aus der alt-griechischen Sprache und ist in Deutschland in der Medizin gebräuchlich. Es bedeutet für den Arzt, dass er die Vorgeschichte (griechisch: Ana = auf, hin, hinzu, Mnäsä = Gedächtnis, Erfahrung) des Patienten in Erfahrung bringt.

Jeder Arzt muss, um einen Patienten richtig behandeln zu können, mehr oder weniger viel von dem Patienten in Erfahrung bringen. Bei jungen Menschen gehört dazu unweigerlich auch die Befragung der Eltern, und zwar beider Eltern. Das ist ganz wichtig, weil kein Mensch das Kind oder den Jugendlichen besser kennt, als die Eltern, und zwar beide Eltern. Ein Kind und ein heranwachsender Mensch hat ja auch Anspruch darauf, dass beide Eltern für ihn da sind. Das steht letztlich auch in der Kinderschutzkonvention der Vereinten Nationen.