Keine Zeugnisübergabe heute?

Lieber Matis, keiner war da auf Eurem Pausenhof. Was ist passiert? Habt Ihr das woanders gemacht? Ich muss mich mal erkundigen.

Dafür gibt es aus Nortmoor Neuigkeiten. Tevje ist schwanger. Mal schauen, wie viele kleine Pudel sie wirft. Züchterin Susanne ist jedenfalls schon ganz aus dem Häuschen. Sollen wir auch einen nehmen?

Liebe Grüße von Deinem Papa

Wochenende mit dem Wilhelm

Lieber Matis, ich hatte mich sehr darüber gefreut. Am Freitag kam der Wilhelm zu Besuch. Du kennst ihn natürlich, weil er vor vielen Jahren öfter mal zu Besuch hier war und weil ich von ihm erzählt habe. Mein Schulfreund, mit dem ich 8 Jahre lang die gleiche Schule zusammen besucht habe.

Heute sind wir ein wenig durch die Stadt gelaufen. Von der Apernstraße (kurz nach der Galerie van der Grinten und ein paar anderen Galerien gesucht) über die Breite Straße zum Dom und dann wieder zurück. War nicht spektakulär, aber Wilhelm wollte einfach mal wieder in Köln sein und außerdem waren wir beide müde, weil wir gestern Abend bis 2 Uhr gequatscht haben.

Gestern war es etwas spannender. Wir waren erst in einem Bekleidungsgeschäft und haben für Wilhelm ein paar Sommersachen gekauft. Dann sind wir zum Rursee gefahren zum Segeln und zum Schwimmen. Es war ja phantastisches Wetter zum Schwimmen gestern.

Und nach dem Schwimmen:

Naja, der Papa war auch mal jünger, aber das Schwimmen war toll. Der Rursee hatte eine geniale Temperatur und war genau richtig zur Abkühlung. Erinnerst Du Dich noch an den tollen Sommer 2018, als wir dauernd im Rursee geschwommen sind? Ich glaube, Du hast das – wie ich – sehr genossen.

Danach waren wir erst mal ein bisschen geschafft, sind mit Benni spazieren gegangen und haben dann aber noch abends gegrillt. Ein toller Tag und bei ein paar Gläschen Rose-Wein ist es dann relativ spät geworden, weil wir ja noch so viel über die guten alten Zeiten und über Gott und die Welt quatschen mussten.

Heute haben wir uns die Moschee angeschaut und ich war wieder mal ganz begeistert (mein vierter Besuch hier), was der (recht katholische) Architekt Gottfried Böhm und sein Sohn Paul da auf die Beine gestellt haben. Offenbar gibt es bei der türkischen Organisation Ditib doch einige (viele maßgebliche) Leute, die weltoffen sind und Weitblick haben und vielleicht auch die Gemeinsamkeiten der beiden Religionen gesehen haben.

Wir haben jedenfalls recht nett dort eine Kaffee getrunken und Baklava gegessen. Hatte ein bisschen war von Ausflug in die Türkei.

Es war ein wirklich schönes Wochenende. Ich hatte den Wilhelm jetzt schon fast 20 Monate nicht mehr gesehen und bin sehr froh, dass er sich am Freitag für vier Stunden in den Zug gesetzt hat. Jetzt ist er auf dem Weg nach Kork (bei Straßburg).

Ich habe in der letzten Woche über einen Mitschüler von Dir erfahren, dass ihr am Mittwoch (23.6.) die Zeugnisausgabe für Deine Stufe habt. Ich nehme an, weil ihr die 10. Klasse geschafft habt und einige Schüler sich dann mit der Mittleren Reife verabschieden. Ich wäre natürlich gerne bei der kleinen Feier dabei; ich verspreche gerne, mich im Hintergrund zu halten und auf Begrüßungen zu verzichten, damit es nicht stressig für Dich wird, weil ich Deine Situation sehr gut verstehen kann. Ich würde mich einfach freuen, wenn ich an diesem für Dich wichtigen Ereignis teilnehmen könnte.

Liebe Grüße von Deinem Papa

Firmung, Benni und andere Kleinigkeiten

Lieber Matis, jetzt bin ich gerade zurück von der Firmung von Marie und Moritz. Liebe Grüße von allen.

Das war ein bisschen ungewöhnlich oder anders: leider Corona-gemäß. Omi und ich mussten zuhause bleiben. In der Kirche war nämlich nur Platz für 6 Terlau-Personen. Wir haben uns also alles live über youtube angesehen. Wenn Du mal reinschauen möchtest (ab Minute 50 siehst Du Moritz und Marie, ab Minute 1:02 liest Moritz die Fürbitten vor):

https://youtu.be/WKHy6dta8Lo

Also, es war alles im eher kleineren Rahmen. Ich habe nicht so viele Fotos gemacht. Wir haben nach der Messe ganz viele Kuchen gefuttert, die Lisa gebacken hatte. Das war sehr gemütlich. Nachmittags dann eher unspektakulär.

Moritz hat mir die Freiheitsstatue aus Lego gezeigt, die ja offenbar einen Knicke mit dem rechten Bein macht. Hast Du Deine auch schon fertig?

Benni geht es ganz prima. Am Freitag hatte er noch ein bisschen Wechselstress. Da war er die ganze Zeit ziemlich aufgeregt und lief auf Schritt und Tritt hinter mir her. Aber er hat schon den kühlen Garten genossen und hat sich zu mir auf die Terrasse gelegt.

Nach der abendlichen Runde um den Hügel herum (also zwei Mal entlang der zu uns gewandten Seite der Jahn-Wiese) lag er müde vor dem Haus und wollte nicht reingehen. Er macht einen viel weniger fitten Eindruck als noch vor 2 Monaten. Offenbar sind seine Hinterläufe ein ganzen Stück schwächer geworden in den letzten 2 Monaten. Er wird nicht jünger.

Heute ging es ihm aber sichtlich gut. Im Garten von Terlaus in Nortmoor ist er ganz viel alleine rumgelaufen und hat alles erkundet. Da war er schon wieder ganz der alte.

Liebe Grüße von Deinem Papa

Mama-Zeit und Papa-Zeit – Benni

Lieber Matis,

Mama-Zeit ist genauso wichtig wie Papa-Zeit und umgekehrt. Der Benni freut sich sicherlich genauso, wenn er mich wiedersieht, wie wenn er Euch beiden wiedersieht. Der ist immer ganz aus dem Häuschen. Und der Papa freut sich genauso auf den Benni, wie Du und die Mama Euch auf den Benni gefreut habt. Das gilt bei Kindern genauso wie bei Hunden.

Ich war deshalb im Dezember des letzten Jahres sehr traurig, als Deine Mama sagte, dass Ihr den Benni nicht – wie vereinbart – am 10. Dezember übernehmen könnt. Diese Zeit, vom 10. Dezember bis zum 10. Februar 2021 – wäre sicherlich für Benni und für Euch sehr schön zusammen gewesen.

Deshalb sollten wir den vereinbarten Rhythmus einhalten. Liebe Grüße schickt Dir Dein Papa

… ist denn jetzt endlich Sommer?

Lieber Matis, heute war Gartenarbeit angesagt und ich bin total fertig. Ich habe vor dem Haus den Vorgarten vom Unkraut befreit. Ziemlich spannend. Naja, das war mal notwendig.

Dabei habe ich auch das Fahrrad gefunden, das wir mal für Braulio angeschafft hatten. Seitdem wurde es ja nicht wieder benutzt. Es hat einen Plattfuß und war ziemlich verstaubt. Also habe ich es gereinigt und versucht, den platten Reifen zu flicken. Das letztere ist mir nicht so gut gelungen. Ich hatte so ein Spray im Baumarkt gekauft, das man in den Reifen sprüht und dann ist der angeblich wieder geflickt. Naja, Flötenpiepen. Ist immer noch platt. Also, nächste Woche zu Radfieber. Willst Du das Fahrrad haben? Ist ein ganz schönes City Bike und Du könntest damit sicherlich auch zu Deiner Schule fahren. Ich bin in der letzten Woche auch zwei Mal mit dem Fahrrad zum Büro gefahren. Die Länge der Strecke (zu meinem Büro und zu Deiner Schule) ist ähnlich, naja, Du hast gut 1,5 Kilometer weniger. Tut aber richtig gut.

Was hast Du am Feiertag gemacht. Bei mir war es wenig. Ich habe ein bisschen Musik gehört. Ein paar Chopin-CDs. Ich könnte mir vorstellen, dass Du die Musik auch sehr schön fändest. Ich habe vor allem Klavier-Musik gehört, z.B. auch das Klavierkonzert No. 1. Sehr bekannt und wirklich wunderschön, mit Krystian Zimerman, einem polnischen Pianisten. Sehr schöne und sehr leidenschaftliche Musik. Ich nehme an, dass Du nach wie Klaviermusik sehr schön findest. Dann wäre das wahrscheinlich auch was für Dich.

Ansonsten habe ich mich ein bisschen um meinen persönlichen Bürokam gekümmert, Überweisungen, Schreiben an die Bank usw. Muss auch mal sein. Das Wetter war ja eher nicht so doll. Zum Segeln hatte ich da keine Lust.

Gestern wieder arbeiten – kein Brückentag für mich. Abends habe ich mir dann wieder eine schöne CD angehört. Tom Waits. Used Songs.

Die CD ist etwas neuer, aber die Lieder hat er offenbar in den 70er Jahren aufgenommen. Der Mann hat eine echt raue Stimme. In unserer Schulzeit haben wir dann immer gesagt: „Der kann die Zigaretten von der Steuer absetzen.“ Ein bisschen wie Bruce Springsteen. Naja, das sind alles Sänger eher meiner Generation, aber vielleicht hast Du mal Gelegenheit reinzuhören. Ist ja nicht alles schlecht, was die Jungs damals gemacht haben. Mir gefiel übrigens das Lied „Jersey Girl“ ganz gut. Das hat Bruce Springsteen auch mal gesungen – „used songs“ eben.

Heute ein bisschen Fernsehen. Ich hoffe, Du hast und hattest ein schönes Wochenende! Liebe Grüße von Deinem Papa

P.s.(1): So ungefähr stellt sich aktuell die Eifel dar, wenn man durchfährt. Findest Du das schön?

P.s.(2): Hatte ganz vergessen zu erzählen, dass am nächsten Wochenende Marie und Moritz gefirmt werden. Die sind noch kurzfristig in den Firmkurs reingekommen – ich glaube, weil die Corona-Zahlen bei denen sehr niedrig sind. Vielleicht willst Du ihnen liebe Grüße zur Firmung schicken.

Was macht eigentlich Perseverence?

Haben ich mich heute morgen gefragt. Das ist ja der Mars-Rover, der im Februar nach 6-monatiger Reise auf dem Mars gelandet ist. Die Redaktion von wasserkaempfer.de 🙂 hatte berichtet.

Ich finde übrigens, dass das Ding ganz schön viel Ähnlichkeit mit dem Lego Mindstorm Roboter hat, den wir mal gebaut haben.

Jedenfalls hat Perseverence (Ausdauer) ja noch einen kleinen Freund dabei, den Hubschrauber Ingenuity (Mister Einfallsreichtum). Und was machen die beiden da oben? Bilder von sich gegenseitig:

Naja, der Mister Einfallsreichtum, Ingenuity, hat am Donnerstag schon seinen sechsten Flug über den Mars angetreten. Immer nur 100 Meter oder so und nur 10 Meter über dem Boden, aber immerhin. Für die Nasa-Forscher ist das offenbar ein großes Glück. Denk Dir, dass der Befehl zu einem neuen Flug jeweils mehrere Minuten braucht, um vom Nasa-Raumfahrtzentrum auf dem Mars anzukommen. Da ist offenbar der kleine Ingenuity mit einem Autopiloten ausgestattet, das heißt er fliegt dann mit den erhaltenen Informationen selbst los und steuert sich alleine. Ein tolles Spielzeug!

Das nachfolgende Bild wurde offenbar in der letzten Woche von den Zuschauern als das beste Bild ausgewählt. Ich glaube, das hat die Kamera von Perseverence gemacht.

Sieht natürlich ziemlich nach Wüste aus. Immerhin hat die Nasa die Absicht, in 10 Jahren schon Menschen auf den Mars fliegen zu lassen – eine Hinreise von 6 Monaten. Und wer hätte es gedacht, vor ein paar Wochen haben auch die Chinesen gut 3000 Kilometer entfernt einen ähnlichen Marsroboter landen lassen.

Jedenfalls machen die da oben auch ein paar wirklich wunderschöne Fotos. Hier der Mars bei Nacht:

Hast Du den Tornado heute in Borken gesehen?

Das gibt es nicht so oft, dass ein Tornado so nah vor unserer Haustüre tobt.

Imposante Bilder sind das schon.

Leider auch ziemlich üble Schäden:

Weißt Du noch, wie wir im Fernsehen die Storm Chaser angeschaut haben, die absichtlich in die Nähe von Tornados fahren, um sie zu fotografieren. Wir waren aber beide ganz schön begeistert von den Stürmen, den Tornadotrichtern und den Gewittern, die diese Leute aufgenommen haben. Liebe Grüße von Papa

Wer war der wirkliche ESC-Favorit?

Zugegeben, ich habe nicht alles angeschaut. Bei den meisten Songs habe ich nach wenigen Sekunden den Ton abgeschaltet. Zum Beispiel bei den Sugar-Mädels aus Moldawien. Solche Glitzer-/Kitsch-Orgien finde ich nur schwer erträglich.

Ich fand aber Israel nicht schlecht. Dieses „Set me free“ mit der hohen Stimme war irgendwie gut gemacht. Und Jendrik aus Deutschland mit „I don’t feel hate“ hörte sich für mich eigentlich auch ganz passabel an. Warum er am Ende so wenige Punkte bekommen hat, verstehe ich nicht. Aber offenbar liegt sowas nicht im Mainstream – aktuell.

Italien, der Gewinner, war garantiert nicht mein Favorit. Das ist nicht meine Musik und ich fand es auch ein bisschen künstlich. Gut war sicherlich, dass die in italienischer Sprache gesungen haben.

Das Outfit erinnerte irgendwie an die 70er Jahre. Aber offenbar sind die 70er wieder „in“ und die Jungs haben jedenfalls am besten den Geschmack des Publikums getroffen – wer auch immer am anderen Ende der Leitung diese Stimmen abgegeben hat. Aber meistens sind es ja fast 200 Millionen Menschen weltweit, die diese Show sehen.

Mein klarer Favorit war Frankreich. Das wirkte so wunderbar authentisch und so schön mit großer Stimme und Ausdruck gesungen, dass ich dort meine Höchstpunktzahl vergeben hätte – wenn ich abgestimmt hätte. „Voila qui je suis“ – „Sieh mal her, wer ich bin.“ Der Text ist wirklich schön episch. Er erinnert sehr an französische Chansons von Edith Piaf oder Charles Aznavour.

Ich werde mir jedenfalls den Namen Barbara Pravi merken.

Auch ganz schön war der Lied aus der Schweiz. Aus sehr ähnlichen Gründen. Der Sänger kam aber sehr aus der Tradition des Rock ’n‘ Roll und das ist nicht so meins. Aber er hat ja wirklich gut abgeschnitten.

Glück ist …

Gerade habe ich mir eine CD mit Klaviersonaten von Domenico Scarlatti angehört. Das sind wirklich virtuose Stücke, aber das Klavier klingt wunderbar gläsern und leicht. Wie Gesänge teilweise oder wie eine Erzählung. Lange Reihen von verschiedenen Melodien, die immer weiter variiert werden. Es war wirklich wunderschön.

Ich habe letztens diese neue Einspielung über Rhapsody gefunden und mir dann die CDs besorgt. Als CD ist der Klang noch viel klarer und reiner.

Das Cover finde ich witzig. Es erinnert an eine Delfter Kachel. Aber gleichzeitig auch an orientalische Muster. Das Album ist wirklich wunderschön gemacht.

Naja, jeder hat so seine eigenen Glückmomente.