Lieber Matis, gestern Abend war es dann wohl soweit. Die Tevje hat ihre Nachkommen geboren. War wohl ein längerer Akt und Susanne und Lisa hatten bis morgens um 3 Uhr, wenn ich das richtig aus den verschiedenen Fotos und Whatsapp-Nachrichten abgelesen habe, als Geburtshelfer zu tun. Echt süß die Kleinen:
Benni haben die Bilder eher „kühl“ gelassen.
Ich glaube, es geht ihm wieder viel besser. Er frisst (seine Schonnahrung) mit großem Appetit und fühlt sich sichtlich gut bei den vielen kleinen und etwas größeren Spaziergängen. Gestern Abend, als es gegen 18:00 Uhr schon deutlich kühler wurde, sind wir zu einem wunderschönen Waldgebiet gefahren (wo ich in der letzten Woche schon mit Rad gewesen war). Da die einzige Straße dort für den Autoverkehr gesperrt war, habe ich das Auto vor der Absperrung geparkt und wir sind ziemlich bequem eine schöne Strecke im Wald spaziert. (Leider kapiert Benni das Fotografieren mit dem Selfie-Stick noch nicht so gut.)
Und vorgestern, kleine Besichtigungstour nach Marseille. Benni hat den Nachmittag in der klimatisierten Küche im Haus geschlafen. Marseille wäre sicherlich zu heiß für ihn gewesen. Ich fand es ganz schön. Ich habe hier ein paar Bilder vom alten Hafen und von dem „Spiegelpavillon“, das Norman Foster entworfen hat. Aber am schönsten war hinterher die Rückfahrt am Strand von Marseille entlang mit Blick auf das Chateau d’If (darin befindet sich das Gefängnis, in dem die Geschichte des Grafen von Montechristo von Alexandre Dumas seinen Ausgang nahm). Vom Strand habe ich während der Autofahrt keine Bilder machen können.
Das Eis sieht aus, wie das in Deiner Lieblingseisdiele in Antibe, erinnerst Du Dich noch? Marseille war schon ein Highlight, aber wirklich schön sind die abendlichen Streifzüge durch den Hafen oder durch das Städtchen Sanary. Da gibt es immer mal was zu entdecken (z.B. blühende Kakteen) und Benni hat nun auch schon eine ganz gute Orientierung (er zieht die Leine in die ihm vertrauten Richtungen :-)). Liebe Grüße sendet Dir Dein Papa
Lieber Matis, der Urlaub ist sehr schön und ich genieße auch einen Teil der Zeit. Leider macht mir Benni immer wieder große Sorgen.
Heute war ich mit ihm beim Tierarzt. Er hat seit Sonntag Durchfall – gestern und heute Morgen sehr intensiv. Die Tierärztin meinte, dass Benni vermutlich das Medikament gegen die Arthrose nicht verträgt und ihm das zu sehr auf Magen und Darm schlägt. Sie hat mir deshalb ein anderes Medikament empfohlen und hat zusätzlich dem lieben Benni eine strikte Diät und Behandlung für die nächsten 8 Tage verordnet. Hoffen wir, dass er sich wieder fängt. Heute Morgen machte er einen ganz deprimierten Eindruck.
Gestern Abend habe ich eine wunderschöne Radtour gemacht. Es ging von der Küste rauf auf einen Berg, auf dem sich die Kapelle Notre Dame du Mai befindet. Diese liegt gute 500 Meter oberhalb des Meeresspiegels. Die Tour war nicht unanstrengend, aber zu bewältigen. Der Blick oben auf dem Hügel war berauschend. Sie selbst:
Marie und Moritz schreiben auch eifrig. Sie sind auf dem Weg nach Kroatien, zusammen mit einer Jugendgruppe der Pfarrei Sankt Marien in Leer. Heute Morgen früh sind sie durch Österreich gefahren (müssten also jetzt schon angekommen sein).
Jetzt ist es 17 Uhr. Ich werde gleich mal dem Benni seine Schonkost geben und heute Abend mit ihm wieder eine große Runde durch den Hafen drehen. Das mag er sehr. Hoffen wir, dass er sich wieder fängt.
Was machst Du Schönes? Lesen, Schwimmen, Tauchen, Dich mit Freunden treffen? Gestern am frühen Nachmittag war ich auch im Meer. Ich habe mit den Flossen und der Taucherbrille ein bisschen in der Nähe von Felsen nach Fischen und Quallen Ausschau gehalten. Hat mich an unsere „Tauchgänge“ in Cannes in 2016 erinnert, als wir beide mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet, dort echt lange das Meer untersucht haben.
Lieber Matis, Urlaub mit einem alten Senior-Hund ist nicht ganz einfach. Benni hat auch heute, Tag 4 in Südfrankreich, noch ein bisschen mit der Umstellung zu kämpfen. Ich habe gestern Abend schon den „tierärztlichen Notdienst“ in Form meiner Schwester befragt, wie ich mit Bennis anhaltendem Durchfall umgehen soll. Tip: Bananen, Reis mit Brühe und Perenterol. Das habe ich jetzt besorgt und Benni scheint nun bessere Verdauung zu haben. Sonst macht er eigentlich keine Anzeichen, dass es ihm schlecht geht – er schnüffelt sich durch das kleine Städtchen Sanary, er frisst hin und wieder Taschentücher auf der Straße und reißt enorm an der Leine, wenn irgendwo etwas gut für ihn riecht. Naja, eigentlich der alte Benni. Was in seinem Bauch los ist, kriege ich natürlich nur über die äußeren Anzeichen mit.
Morgens stehe ich immer schon um 7:30 Uhr auf und gehe mit Benni durch den Park bis zum Meer. Um die Uhrzeit ist es noch recht kühl draußen und die Stadt ist menschenleer. In der Nähe des Parks wird dann der Obst-, Gemüse-, Fisch und Fleisch-Markt aufgebaut, ähnlich wie wir das damals 2016 in Cannes erlebt haben, nur viel kleiner und beschaulicher.
An dem Stand habe ich heute Morgen ein bisschen Obst gekauft und dann von der Verkäuferin für Benni noch zwei (reifere) Bananen geschenkt bekommen, die der Obsthändler offenbar wegwerfen wollte. Ich habe ihr erzählt, dass Benni Bananen liebt. Da war sie ganz entzückt. Nach dem Frühstück bin ich zu einem etwas entlegeneren Strand gegangen; Benni habe ich zuhause gelassen. Dort konnte man toll schnorcheln. Es war zwar am Strand sehr voll, aber im Wasser befanden sich keine 10 Personen. Und das Wasser toll blau.
Gestern bin ich nachmittags mit dem Fahrrad ein bisschen an der Küste entlang gefahren. Das Rennrad habe ich dabei; leider meine halbe Ausrüstung vergessen, so dass ich ein bisschen improvisieren musste. Aber es war eine sehr schöne Tour zu einem anderen malerischen Ort, Saint-Cyr-sur-Mer.
Was machst Du so? Ich hoffe, Du kannst auch irgendwo Sommer, Sonne und Meer genießen. Liest Du viel? Ich habe bisher vor allem die Zeitung (über mein Smartphone) gelesen. Die ganzen Katastrophenberichte über die Ahr und die Eifel. Man kann ja vermutlich vor allem durch Spenden helfen. Das werde ich natürlich tun.
Leider machen die kandidierenden Politiker alle keine bella figura bei dem ganzen Drama. Laschet hat sich jedenfalls mal richtig mies gezeigt. Das ist ein echt starkes Stück. Man fragt sich wirklich, wie das im September ausgehen soll. Durch die Flutkatastrophe wird der Klimaschutz als Wahlkampfthema noch zentraler, aber man weiß nicht so recht, wer von den Kandidaten dazu die richtigen Antworten hat.
Die anderen Themen geraten total ins Hintertreffen. Hast Du Dir schon einmal über Digitalisierung als politische Herausforderung Gedanken gemacht. Wahrscheinlich schon. Deine Technik-Lehrerin in Deiner Schule (habe ich zufällig am 1.7. am Schultor gesprochen, weil sie später kam) war ja ganz begeistert von Deinem Wissen und von Deiner Mitarbeit im Technikunterricht. Dann hast Du Dir bestimmt darüber Gedanken gemacht, was es bedeutet, dass Deutschland in punkto Digitalisierung im Vergleich zu den anderen Industrienationen ziemlich abgeschlagen ist. Ich schreibe mal in einem weiteren Post dazu.
Ich wünsche Dir jetzt erst einmal einen wunderschönen Sommer! Liebe Grüße sendet Dir Dein Papa
Lieber Matis, puh …. Bin etwas außer Atem. Aber endlich im Urlaub.
Heute Morgen mit Benni beim Frühstücken. Das war sehr gemütlich heute Morgen. Bin mit Benni um 7:30 schon durch den Park in Sanary gegangen, am Meer entlang. Dann Benni’s Magentablette, Reiskochen und Croissants holen (Bäcker ist nebenan). Lecker Nespresso-Espresso auf der Gasse. Ein schöner gemütlicher Morgen.
Benni nach dem Frühstück. Er kriegt jetzt immer morgens eine Mahlzeit und abends. Das bekommt ihm besser und außerdem kriegt eine Magentablette, damit das Kortison und das Schmerzmittel, das er jetzt schon so lange nimmt, nicht seinen Magen und Darm noch mehr angreift.
Aber noch einmal der Reihe nach: Die letzte Woche war echt anstrengend. Am Mittwoch war infolge der Regenfälle Wasser im Keller. Es kam über die Kanalisation rein. Nicht so wahnsinnig viel, aber immerhin gut 5 cm Höhe. Die sind dann ab 20:00 Uhr, als der Regen aufgehört hatte, über den Sickerschacht und die Schwimmpumpe darin wieder rausgelaufen. Ich habe bis morgens um 1 Uhr den Keller – so gut wie möglich – trocken gewischt. Ich glaube, das hat einigermaßen geklappt. Echt anstrengend. Ich hoffe, dass der Rest gut austrocknet.
Am Donnerstag dann noch Übergabe im Büro. Ist ja auch nicht einfach für die Kollegen, die jetzt meine ganze Arbeit übernehmen müssen. Am Freitag gegen Mittag dann los Richtung Süden. Ehrlich gesagt, hatte ich ein echt schlechtes Gewissen, in den Urlaub zu fahren, während in Köln, an der Ahr und an der Eifel die Leute um ihr Hab und Gut bangen und sich aus dem Schlamm freischaufeln. Ein Kollege von mir, der in Ahrweiler wohnt, hat Fotos auf Instagram gepostet, wo ich sehen konnte, wie schlimm es ist. Aber die Nachrichten sind ja voll davon. Habe eben noch im Internet die Reportage von CNN gesehen; echt schrecklich.
Naja, am Freitag habe ich mich jedenfalls mit Benni auf die Autobahn geschmissen. Irgendwie ging es ganz gut, obwohl ja die Eifel eigentlich problematisch sein sollte. Immerhin waren wir nach gut sieben Stunden in Dijon und haben da eine Zwischenübernachtung eingelegt. Ich habe den Eindruck, dass Benni so viel Reisen nicht mehr so gut haben kann.
Ach, ja: Susanne und Meinolf sind nicht mitgekommen. Sie mussten zuhause bleiben, weil Tevje nun schwanger ist. Das war irgendwie nicht unbeabsichtigt, aber der Zeitpunkt natürlich blöd.
Weiterfahrt am Samstag war das größte Problem. Die Autobahn war extrem voll. Ich hatte die Fahrt eigentlich mit 6 Stunden kalkuliert. Am Ende hat es mehr als 10 Stunden gedauert. Abends um 9 waren wir dann endlich da. Ich glaube, dass Benni die Fahrt nicht so gut bekommen ist. Er hatte jedenfalls seit Samstag Abend Durchfall, obwohl er sonst einen ganz entspannten Eindruck macht.
Die Stadt Sanary ist klein und echt schön. Das kleine Häuschen hat eine Küche und ein Wohn-/Esszimmer im Erdgeschoss und zwei Zimmer auf der ersten Etage und noch ein ganz kleines auf der zweiten Etage. Ganz süß und echt Hund-Senioren-gerecht. Benni liegt immer in der Küche auf dem gefliesten Boden und kann sogar ganz gut selbst aufstehen. Die Temperatur ist sogar etwas gemäßigter als in Köln, nur so gute 27-29 Grad und abends und morgens nur 22 Grad. Damit kommt Benni echt gut zurecht.
Ich berichte weiter. Wo seid Ihr eigentlich. In Biscarosse am Atlantik? Ich wünsche Dir einen wunderschönen Urlaub. Hast Du Taucherflossen dabei? Ich habe meine hier. Liebe Urlaubsgrüße sendet Dir Dein Papa
gestern war ein echt spannender Abend und ich konnte erst um 1 Uhr einschlafen. Der Elfmeter-Krimi hatte es ja in sich. Ich wusste aber irgendwie, dass Italien es schafft. Die waren nicht nur die besseren Spieler, die waren auch beherzter bei der Sache und einfach cool – in diesem Hexenkessel in Wembley. Diese Buh-schreienden Fans hätten aus meiner Sicht eine gelbe Karte verdient gehabt, zulasten von England. Ein geniales Spiel, das die Italiener ab der zweiten Halbzeit klar beherrscht haben. Dann zahlt sich eben auch Ausdauer aus.
Gestern Nachmittag habe ich ein bisschen Kram gemacht (Steuern, Rechnungen bezahlen usw.).
Dann habe ich auch die Zeitung mal etwas intensiver gelesen. Ich hatte Die Zeit. Die ist ja eher dem links-liberalen Spektrum der politischen Landschaft zuzuordnen. Früher wurde die Zeit von Helmut Schmidt, Ex-Bundeskanzler und SPD, und Hildegard Hamm-Brücher, Grande Dame der FDP, herausgegeben.
Die Zeit hatte fünf Interviews im Politik-Teil. Sie haben alle Spitzen- und Kanzler-Kandidaten der Parteien interviewt, wie sie zur Klimapolitik stehen. Die Grünen zuerst. Annalena Baerbock machte schon einen ganz beherzten Eindruck in ihren Antworten. Ich habe mich natürlich gefragt, was eigentlich die Parteien in punkto Klima unterscheidet. Bei der AfD war das einfach; die leugnen einfach, dass der Klimawandel menschengemacht ist und von Menschen geändert werden kann / sollte. Die meinen, dass die ganzen Maßnahmen nur die Wirtschaft kaputt machen.
Die Grünen kommen, wie gesagt, mit den meisten konkreten Maßnahmen daher. Naja, da müssen wir uns an Tempolimits gewöhnen. Finde ich persönlich nicht so schlimm. Flugreisen werden wahrscheinlich politisch bepreist werden, weil das Kerosin eben echt schädlich ist für die Umwelt. Naja, die Grünen müssen natürlich auch irgendwie mit den fundamentalen Politikern in ihren Reihen klarkommen. Die wollen am liebsten die Ökologie bewahren, ohne irgendwelche Eingriffe, also auch ohne neue Bahntrassen, um mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, ohne neue Windräder, weil die ja die Vögel gefährden, etc. Politik ist eben kein einfaches Geschäft und schwarz-weiß schonmal gar nicht. Man kann auch nicht einfach mal den Benzinpreis um 1-2 EUR erhöhen, um die Leute zum Fahrradfahren zu zwingen, weil dann ganz viele nur noch ganz teuer zur Arbeit kommen, weil deren Arbeitsstelle nicht mit dem Fahrrad erreichbar ist.
Was ist mit der CDU? Die versuchen den Spagat zwischen Erhaltung der Wirtschaft und Klimaschutz. Das ist echt schwer. Man muss ja für den Klimaschutz, also Reduktion der CO2-Emissionen und Neutralität bis zum Jahr 2035 ganz schön in die bestehenden Gefüge eingreifen. Z.B. durch Wandel zur Elektromobilität, Abbau der Atomkraft, Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien. Das ist für eine wirtschaftsnahe Partei wie die CDU nicht einfach. Deshalb versuchen die auch vieles im Unklaren zu lassen. Natürlich will man neue Infrastruktur. Neue Netze für Stromversorgung. Aber ein Tempolimit ist bei der CDU unpopulär.
Die Reduktion der CO2-Emission hat ja auch die CDU akzeptiert und im Bundestag mitbeschlossen. Aber wie man das jetzt umsetzt? Das Rezept lautet ja, dass man die CO2-Emission bepreist. Jedes Unternehmen, das CO2 emittieren will, z.B. die Raffinerien von Shell in Godorf oder die Bayer-Werke, soll Zertifikate kaufen und darüber für jede Tonne CO2, die es in die Luft pustet, Geld bezahlen. 60 Euro sind zur Zeit meines Wissens der Preis. Die Zertifikate verkauft übrigens der Bund. Und wenn Du hier liest, dass Shell für seine Raffinerien die 60 Euro zahlen soll, dann kannst Du Dir denken, wie sich das an der Tankstelle auswirkt – genau, dort wird der Sprit entsprechend teurer.
Und wer bezahlt es am Ende, genau, die Leute, die tanken. Also, muss man das Ganze irgendwie sozialverträglich abfedern. Da gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Die Grünen wollen den Bürgern das über Steuerbegünstigungen zurückgeben, wenn sie Elektroautos fahren etc. Die CDU wird das Geld wohl eher in Infrastruktur einsetzen – Ladestationen für E-Autos und Bahntrassen.
Die SPD? Naja, ich habe ein bisschen Schwierigkeiten, den Unterschied zur CDU zu erkennen. Vielleicht ein kleines bisschen sozialer. Aber da muss man schon suchen.
Was sind eigentlich die aktuell wichtigsten Fragen? Kannst Du Dich noch an meinen Artikel hier auf wasserkaempfer.de zu Greta Thunberg erinnern?
Aber was ist mit den anderen Themen neben dem Klima? Digitalisierung, soziale Gerechtigkeit (es gibt auch in Deutschland immer mehr Menschen, die in Armut leben), zukunftsfähige Industrien, Familienpolitik, Wohnungspolitik? Ich werde mal in den nächsten Wochen, vielleicht im Urlaub, schauen, was die Parteien dazu zu sagen haben. Ich finde das interessant, wie sie die Zukunft gestalten wollen. Vor alle finde ich: Das ist wirklich wichtig.
Denk mal darüber nach. Liebe Grüße schickt Dir Dein Papa
Lieber Matis, ich bin ja nicht so der Fußballfan. Du ja früher auch nicht. Und jetzt?
Aber Europameisterschaft schaue ich mir doch hin und wieder an. So wie die Weltmeisterschaft 2018, wo wir einige Spiele zusammen geschaut haben. Erinnerst Du Dich noch an das dramatische Spiel Deutschland gegen Südkorea, wo die Deutschen in der Nachspielzeit mit 2:0 verloren.
In der Kanzlei gibt es natürlich ein EM-Tippspiel. Ich liege auch gar nicht so schlecht im Mittelfeld, weil ich häufig jedenfalls den Sieger richtig hatte. Bei Schweiz gegen Frankreich lag ich daneben.
Jedenfalls habe ich bei England gegen Dänemark auf 2:1 getippt. Irgendeine Eingebung. Und so kam es dann ja auch, obschon ich insgeheim ein bisschen für Underdog Dänemark war. Also habe ich erstmals 3 Punkte beim Tippspiel, bin aber immer noch im Mittelfeld aller Teilnehmer.
Morgen kommt dann das Finale, Italien gegen England. Ich habe für Italien als Europameister getippt. Und Du?
Liebe Grüße von Deinem Papa
P.s.1: Habe heute Deine Mashoonga-Sticks gefunden. Brauchst Du die?
P.s.2: Wenn Du Benni mal sehen oder auch mitnehmen willst. Ich gehe abends mit ihm immer so gegen 8 Uhr um den Adenauer Weiher.
Gestern traf ich meine ehemalige Mitarbeiterin, Charlotte Strese, zum Mittagessen. Ihre Tochter ist jüngst zur ersten Kommunion gegangen. Sie erzählte, dass sie sich sehr viele Fragen hat gefallen lassen müssen, ob das denn so richtig sei. Bei Dir liegt das jetzt schon 8 Jahre zurück, da lebten der Opa und Onkel Eberhardt noch.
Mich hat es vor zwei Wochen schockiert, als ich die Begebenheiten über die kanadischen indigenen Kinder erfahren habe. Das ist jetzt 70 bis 80 Jahre her.
Und die ganzen Missbrauchsfälle in Deutschland und in anderen Ländern und der Umgang der Kirche heute mit der Aufarbeitung sind wirklich erschreckend.
Ich denke, Du wirst Dir die Frage stellen und ich stelle sie mir auch, ob ich mit einer solchen Kirche überhaupt etwas zu tun haben will. Es ist wirklich schwer heutzutage, in einer Kirche zu leben, über der so viel Verdacht von Missbrauch schwebt.
Ich habe Dir gegenüber natürlich den Vorteil, dass ich wirklich viele Frauen und Männer in der Kirche erlebt habe, die wirklich gute und wunderbare Menschen waren und sind. Nicht alle waren extrem sympathisch, aber ich hatte den Eindruck, dass fast alle, die ich kannte, wirklich im Grunde gute und lautere Ziele verfolgen. Und es gibt heutzutage auch wirklich viele Menschen in der Kirche, deren Absichten sehr gut sind. Du weißt, dass ich häufig zu Sankt Peter am Neumarkt in die Kirche gehe; dort sind nach meiner Einschätzung wirklich sehr redliche Menschen am Werk.
Natürlich schwebt über all diesen Menschen der Verdacht, dass auch sie etwas mit Missbrauch zu tun gehabt haben könnten.
Ich habe mich auch oftmals schon gefragt, wie ein so guter und lieber Gott, zu dem wir beten, solche Dinge zugelassen haben kann. Es klingt fast akademisch, wenn man hier die Freiheit aller Menschen betont, sich für oder gegen das Gute zu entscheiden. Man denkt ja, dass die kirchlichen Einrichtungen einen ganz besonderen Schutz des lieben Gottes genießen.
Ich weiß es auch nicht, wie man damit am besten umgehen kann. Es ist vielleicht wie im alten Testament mit der Stadt Ninive, wo dem Propheten Jona gesagt wurde, dass die Stadt verschont werde, wenn es wenigstens sieben mal sieben gerechte dort gäbe. Und wenn nicht sieben mal sieben, dann doch wenigstens nur sieben. Ich glaube, die gibt es bei uns.
Ich will nicht glauben, dass es die sieben bei uns nicht gibt. Aber es ist schon eine verdammt schwere Zeit. Hoffentlich klärt sich bald alles auf.
In der Wochenzeitung „Die Zeit“ gab es in der letzten Woche einen Artikel über einen kanadischen Indianerhäuptling, jetzt über 90 Jahre alt. Er war als Kind in einer dieser berüchtigten Schule. Er hat einen Brief an den Papst geschrieben und ihm nahegelegt, dass er für das begangene Unrecht um Verzeihung bitten möge. Der Indianerhäuptling meinte, wenn der Papst um Verzeihung bitten würde, dann wäre das Unrecht gesühnt und die Seelen der geschändeten Kinder könnten ihren Frieden finden.
Der Indianerhäuptling gehört der Bewegung Religions for Peace an. Er ist auch selbst überzeugt davon, dass es wirklich viele Menschen innerhalb der verschiedenen Kirchen gibt, die sehr redlich lautere Ziele verfolgen. Bei allem Leid was er erfahren hat, ist er in der Lage sehr viel Hoffnung auszustrahlen.
Das macht mir Mut, daran zu glauben, dass sich diese finstere Zeit bald wieder lichtet!
Lieber Matis, unser Benni bereitet mir manchmal Sorgen und, andererseits, ist es manchmal wunderbar anzusehen, wie er auf seine alten Tage sein Leben genießt. Es geht leider ziemlich hin und her, wobei die besseren Tage überwiegen.
Gestern war Benni richtig gut drauf. Er ist viel spaziert. Ich musste gestern tagsüber im Büro sein. Deshalb habe ich Benni dem Marc gegeben, der Student und auch Tennislehrer ist – ich hatte das mal geschrieben – und der sich immer riesig freut, wenn Benni mal zu ihm kommt. Er ist drei Mal, morgens zwei Mal und mittags noch einmal, mit Benni spazieren gegangen. Abends bin ich noch einmal mit Benni losgegangen. Die vielen kleinen und mittellangen Strecken tun ihm richtig gut.
Man merkt auch sofort den Effekt, nämlich dass er dann tagsüber immer wieder fast mühelos allein aus dem Liegen aufsteht. Das klappt morgens nach dem Schlafen meist nicht. Dann muss ich ihn erst hinten und dann vorne anheben, damit er steht. Wenn er einmal steht und sich bewegt hat, dann geht es ihm meist für den Tag gut und er kann alles alleine bewerkstelligen.
Am Dienstag war ich mit Benni beim Tierarzt. Er hat dort eine Langzeit-Kortison-Spritze erhalten und seine Ohren wurden behandelt (die entzünden sich ja immer leicht und ich will da sehr vorsichtig sein). Die Spritze wirkt angeblich einen ganzen Monat und heißt „Zurück ins Spiel“. Naja, wir müssen versuchen, was wir können, um dem Benni das Leben mit seiner Arthrose zu erleichtern.
Am Donnerstag ging es ihm nicht so gut. Er hatte den ganzen Tag Durchfall und wirkte auch echt schlapp. Dasselbe am letzten Sonntag (27.6.). Allerdings hatte ich am Sonntag eine Erklärung: Da hatte ich ihm tags zuvor eine Anti-Flöhe-Tablette gegeben und die schlägt offenbar auf die Verdauung.
Leider muss man sagen, dass der Benni in den letzten sechs Monaten echt schwer gealtert ist. Im März konnte ich noch relativ lange Touren mit ihm gehen, bis zu 10 Kilometer. Das ist jetzt undenkbar. Aber immerhin, wenn er einmal läuft, dann läuft er jetzt auch ordentliche Strecken und ist neugierig und unternehmenslustig, manchmal galoppiert er sogar ein wenig. Da ist noch viel Lebensfreude in unserem lieben Benni. Aber wir müssen uns darüber klar sein, dass er schon wirklich alt ist.
Das wollte ich Dir berichten, weil ich denke, dass Du Dir bestimmt auch Sorgen machst und wissen willst, wie es Deinem lieben Brudi gut geht.
Ich frage mich natürlich, was Du so in den Ferien geplant hast? Urlaub mit der Mama, Urlaub alleine mit Freunden? Ich hoffe, Du genießt Deine Zeit. Du hast Dir die Ferien echt verdient!
Ich freue mich sehr über Dein tolles Zeugnis, obwohl es ja auf die Schulnoten am Ende nur teilweise ankommt. Am wichtigsten ist, dass man aus seinen Talenten etwas macht. Ich habe allzu viele hochbegabte Menschen erlebt, die keinen Mumm hatten, ihre Talente zu nutzen. Und es ist wichtig, dass man ein guter Mensch ist und sich auch um andere kümmert. Machst Du alles. Bleib, wie Du bist! Hab Dich sehr lieb!
Liebe Grüße zum Ferienbeginn schickt Dir Dein Papa
P.s.: Wenn Du mal mit dem Benni spazieren gehen willst, finden wir bestimmt eine Möglichkeit zur Übergabe. Wenn Du hierher zum Lärchenweg kommen willst, wirst Du niemanden vorfinden, den Du nicht kennst. Wenn Du Deine Tischtennisplatte haben willst, sag Bescheid. Dann finden wir einen Weg. Zum Schwimmen im Rursee bin ich auch jederzeit bereit.
Lieber Matis, zu Deinem Zeugnis. Die Mama sagte letztens, dass Du zum Halbjahr ein richtig gutes Zeugnis hattest. Dann wird das jetzige auch ziemlich gut sein. Darüber freue ich mich sehr und bin sehr stolz auf Dich!
Ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich heute ein wenig in der Nähe der Feier sein durfte. Es war eine sehr schöne Feier. Deine Klassenlehrerin, Frau Müller, hat die beste Rede gehalten, wobei ich die Rede von Frau Jansen („meine Chaoten“) auch echt gut fand.
Lieber Matis, das wurde mir gleich zu Beginn des Tages am Freitag gewünscht:
Das hat geklappt. Gleich drei happy days. Am Freitag kamen abends die Omi, Marie und Moritz und Jonas (Meinolf und Susanne mussten arbeiten, Lisa musste lernen). Ich hatte für 7 Uhr einen Tisch im Biergarten am Brühler Schloßpark bestellt. Warum dort? Naja, ich habe einen besonderen Ort gesucht. Im Rheinauhafen gabs nichts mehr und die Rheinterrassen hatten nicht geöffnet.
Wir haben dort wirklich lecker gegessen. Als Nachtisch gabs eine Eistorte. Es war richtig schön. Dann sind wir nach Hause gefahren, haben Omi um kurz nach Mitternacht ins Bettchen gehen lassen, die Zwillinge haben noch einen Spaziergang um das Stadion gemacht, sind dann auch ins Bett gegangen, und Jonas und ich haben noch bis 2 Uhr im Garten gesessen und gequatscht. Es war richtig schön. Übrigens hat der Jonas in der letzten Woche seinen Abschluss als Erzieher absolviert und zwar richtig gut; das mussten wir natürlich auch feiern.
Am Samstag haben wir länger geschlafen. Ich habe morgens die Zwillinge in die Stadt gebracht. Die wollten ein bisschen Shoppen. Mit Omi habe ich dann gefrühstückt – Jonas steht ja am Wochenende immer erst gegen Mittag auf.
Mittags habe ich dann die Zwillinge aus der Stadt abgeholt und wir haben einen Ausflug zur Kölner Moschee gemacht. Nein, das ist jetzt nicht mein Standard-Ausflugsziel. Die Kids wollten das halt sehen und die Omi fand die Idee auch wirklich schön. Und ich bin dort sehr gerne:
Abends haben wir schon früh angefangen zu grillen. Es war richtig gemütlich. Omi hat sogar zwei kleine Gläschen Wein getrunken und hatte die Zeit ihres Lebens. Die Zwillinge waren lustig und es war wirklich ein echt witziger Abend. Irgendwann sagte Moritz, wo denn jetzt die Musik bleibe. Dann habe ich ein paar Sachen aufgelegt, die denen echt gut gefielen: erst zwei CDs von Carlos Santana (ein Gitarrengenie), dann Tom Waits die Used Songs (die anderen CDs von ihm finde ich bisher nicht so doll) und am Ende haben wir Johnny Cash (Country) gehört – „When the man comes around …“. Die Nachbarn haben sich bisher nicht beklagt. Ich hoffe, es bleibt dabei. Gegen Mitternacht haben wir noch eine Hunderunde eingelegt. Am Stadion in Regenbogenfarben:
Sonntag gabs noch Frühstück und dann habe ich die ganze Bagage gegen Mittag mit meinem Autobis zur Autobahn A3 begleitet (auf dem Hinweg haben sie sich nämlich ziemlich verfahren).
Für Benni war der Sonntag nicht so schön. Er hatte Durchfall und als ich morgens runter kam, sah ich die Bescherung. Er war echt schwach den ganzen Tag. Zum Spaziergang mussten Jonas und ich Benni hochheben. Dann ging es. Aber später hat er sich irgendwann einfach in den Wald auf den Boden gelegt und wollte nicht aufstehen – und konnte es auch wohl gar nicht. Ich habe ihn dann noch einmal hochgehoben. Zuhause hat er dann erstmal eine stärkende Portion Reis bekommen.
Ich war aber auch ziemlich platt, als die vier nach Hause fuhren. Hab erst noch ein bisschen Zeitung gelesen und bin dann eine Runde auf dem Rennrad gefahren, zum Entspannen:
Naja, drei tolle Tage. Abends war ich echt müde (Benni auch) und bin schon früh ins Bett gegangen.