Den Film „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ haben wir mal zusammen gesehen; wahrscheinlich in 2016 oder 2017. Dort dreht sich ja ganz dramatisch Anakin Skywalker um und wird zum Darth Wader.
Jetzt gibt es eine neue Serie im Streaming-TV „Obi-Wan Kenobi“. Hast Du die schon gesehen? Ich auch noch nicht. Ich habe nur gerade die Ankündigung in der Werbung wahrgenommen.
Was gab’s sonst noch?
Letzte Woche war ich in Berlin. Das tat mal wieder richtig gut. Es fand dort eine Konferenz statt, die sich rund um digitale Finanzdienstleistungen (BITKOM DigiFin) drehte. Ich habe dort viele alte Bekannte getroffen und mich echt gefreut, einige davon wieder zu sehen. Es waren auch viele junge Unternehmen dort. Und Berlin ist ja immer wieder eine Reise wert. Ich habe ein paar Fotos gemacht:
Das letzte Foto habe ich bei Frühstück im Hotel aufgenommen. Ich übernachte ja meistens im Motel One am Zoo. Dort gibt es die berühmte Roof Top Bar, die morgens eben als Frühstücksraum dient, und dies ist der Blick am Freitag Morgen beim Frühstücken. Nice.
Gestern ein eher normaler Samstag. Nachmittags war ich noch am Rursee. Ich musste mal wieder beim Bötchen nach dem rechten sehen. Kurz vor der Rückfahrt noch ein Erdinger Alkoholfrei im Strandbad Schwammenauel. Da waren wir ja öfter auch zusammen (Foto von Dir ist aus 2018; erinnerst Du Dich an den Flammkuchen?).
Ich hoffe, Du hast auch ein schönes Pfingstwochenende. Lesen? Radfahren? Oder was machst Du so?
Am Donnerstag musste ich sehr viel an Dich denken (tue ich eigentlich immer, aber da ganz besonders). Das hatte nicht einmal so sehr mit dem Vatertag zu tun, sondern mit der Firmung in Sankt Peter.
Ich musste an Deine Kommunion vor gut 9 Jahren denken (da waren noch der Opi und auch Onkel Eberhard dabei). Damals warst du sehr eifrig bei der Sache. Ich habe mich am Donnerstag während der Firmmesse gefragt, ob wohl ein bisschen Religion auch heute noch bei Dir eine Rolle spielt.
Mir ist das ja recht wichtig. Ich ziehe auch eine gewisse Zuversicht daraus. Auch was unser beider Verhältnis angeht. Ich habe mich gefragt, ob Du das wohl in Erinnerung hast und ob Dir das etwas bedeutet.
Ich weiß, dass Deine Mutter sich von der Kirche völlig abgewandt hat. Sie will vor allem mit einer Institution nichts zu tun haben, in der es solche Missbräuche gab und die sich anscheinend überhaupt nicht den Themen Homosexualität, Wiederverheiratete Geschiedene, Frauen in Priesterämtern etc öffnen will. Ich kann sehr gut verstehen, dass einen diese Sturheit und Verbohrtheit der obersten Leitung, Papst (den ich andererseits für vieles auch sehr schätze) und Kurie in Rom, abschreckt.
Ich meine aber, dass Glaube ja nicht unbedingt bedeutet, dass ich die Gefangenheit der Kirchenleitung in ihren überkommenen Vorstellungen billigen muss. Und wenn Du mal verfolgst, wo viele Bischöfe in Deutschland (allen voran der Bischof Bätzing von Aachen) stehen, wie sie auf das Coming Out der 100 Kirchenmitarbeiter im Februar überaus positiv reagiert haben, dann gibt das ja durchaus Anlass zu Hoffnung.
Also, ich habe mich am Donnerstag während des Firmgottesdienstes gefragt, ob ich Dir in der Vergangenheit ein bisschen helfen konnte, ob ich Dir irgendetwas „mitgegeben“ habe in Sachen Glauben. Naja, Du hast vermutlich in Erinnerung, wie wir gemeinsam jeweils am Heiligabend die Plätze in Junkersdorf in Sankt Pankratius 2 Stunden vor Beginn reserviert haben. Das waren richtig gute „Papa-Matis-Aktionen“. Vielleicht hast du auch in Erinnerung, wie der Papa in den letzten Jahren unseres Zusammenlebens sonntags morgens alleine zur Kirche gefahren ist. Und ich weiß, dass Du in den Bilingo-Schulgottesdiensten in Sankt Agnes immer Messdiener warst und im Religionsunterricht sehr eifrig und interessiert mitgemacht hast. Was sonst?
Ich hatte immer das Gefühl, dass Du dem Thema Religion und Religiösität etwas abgewinnen könntest. Du bist ein sehr ernsthafter Mensch und denkst viel über das Leben und den Sinn des Lebens nach. Ich hatte immer gedacht, dass Du so ein Typ Mensch bist, dem Religion und Glaube wichtig sein könnten oder werden könnten und Dir Halt geben könnten (trotz aller Missstände in einem Teil der Kirche).
Das waren die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als am Donnerstag in Sankt Peter die Firmlinge von dem Litauischen Erzbischof Pater Lionginus (einem Jesuiten) gefirmt wurden.
Ich glaube, es hätte Dir sehr viel gebracht und Dir auch viel bedeutet, wenn Du dabei gewesen wärest. Vielleicht bietet sich für Dich zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit.
gerade ist ein schöner Sonntagmorgen. Ich habe heute Morgen erst noch einmal ausführlich Zeitung gelesen. Ich habe die Frankfurter Allgemeine Zeitung digital abonniert. Also, kann ich das ganz bequem über mein Smartphone lesen.
Da fiel mir auf, dass sie die seit Ende Februar eingeführte Rubrik „Ukraine“ wieder gestrichen haben. Zum Kriegsbeginn, als sich die Nachrichten häuften, war diese Rubrik voll. Jetzt, 3 Monate danach, scheint das Interesse deutlich abzunehmen. Deines wahrscheinlich nicht, meines auch nicht, aber die Allgemeinheit beginnt sich an den Krieg zu gewöhnen. Das ist sicherlich ein Problem, weil es meines Erachtens die russische Aggression begünstigt. Es formieren sich auch die Befürworter von Putin in den einzelnen europäischen Ländern wieder neu, sie gewinnen wieder an Einfluss, so zu lesen jedenfalls von Italien.
Andererseits darf man natürlich auch nicht glauben, dass unsere heftige Empörung und unser Entsetzen über diesen Krieg dazu führen, dass das Ganze schneller zu Ende geht. Ich fürchte, dass die Geschichte noch länger dauern wird. Hoffentlich habe ich Unrecht, aber mir scheint, dass man sich hier noch auf viele Monate, vielleicht Jahre einstellen muss. Der russische Krieg in Afghanistan hat immerhin 10 Jahre gedauert, bevor die russische Führung eingesehen haben, dass sie nur Opfer bringen und nichts gewinnen können. Aber erst als Michael Gorbatschow neuer Generalsekretär in Moskau wurde, begann man über den Abzug nachzudenken. Auch Gorbatschow brauchte noch einige Jahre, bis er die Truppen abzog. Das Problem ist also auch die berühmte „Gesichtswahrung“. Putin kann den Angriffskrieg nach seinem eigenen Empfinden nicht beenden, weil er dann als Verlierer dastünde (und sich wohl dann auch nicht mehr lange als Präsident Russlands halten könnte). Deshalb wird er wohl nur noch aggressiver und rücksichtsloser vorgehen. Das ist eine Situation, die wohl nur dadurch beendet werden kann, dass Putin vielleicht irgendwann ohnehin als Präsident ersetzt wird, vielleicht auch aus gesundheitlichen Gründen. Das ist eine ziemlich vertrackte Lage. Und die armen Menschen in der Ukraine werden über lange Zeit, vielleicht über viele Jahre, nicht zur Ruhe und zum Wiederaufbau ihres Landes kommen.
Was gibt es bei Dir? Die 11. Klasse liegt bald hinter Dir. Noch knapp 5 Wochen mit immerhin drei Feiertagen und vermutlich ein paar Brückentagen. Das ist nicht mehr viel. Wie ist das Schuljahr für Dich bisher gelaufen? Bist Du ganz zufrieden mit Dir? Ich nehme an in Physik warst Du richtig gut. Das ist offenbar Deine Begabung.
Nächste Woche Donnerstag ist hier übrigens Firmung. In Sankt Peter findet das statt. Du erinnerst Dich vielleicht, dass ich Dir die Vorbereitungsunterlagen geschickt habe. Du hast Dich leider nicht angemeldet. Vielleicht kannst Du das ja im nächsten Jahr machen, auch wenn Du dann schon etwas älter bist. In Sankt Peter achten die aber nicht so auf das Alter. Aber es sind immer sehr nette Leute dort.
ich hoffe, Du kannst Braulios Fahrrad gebrauchen (und es ist bei Dir auch angekommen). Bei diesem schönen sonnigen Wetter kannst Du vielleicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Ich würde mich freuen, wenn es für Dich nützlich ist.
Eigentlich hätte ich Dir gerne zum Geburtstag ein neues Fahrrad geschenkt …
Und dann ist da noch die Frage, die mich seit unserem Treffen am 30.3. sehr bewegt hat:
ich hoffe, Du hast Deinen Geburtstag schön gefeiert? Vielleicht am Wochenende mit einer Party zusammen mit Deinen Freunden? Ich hoffe, Du hast Deinen 17. Geburtstag in toller Erinnerung!
Oder hast Du gestern Abend den ESC im Fernsehen geschaut? Vielleicht in Kombi mit Deiner Geburtstagsparty? Weißt Du noch, wie wir das früher zusammen angeschaut haben und Du – naja, Du warst zwischen 5 und 13 Jahre alt – Dich vor Müdigkeit am Ende kaum noch halten konntest. Gestern ging es ja wieder sehr lange. Und am Ende warst Du bestimmt auch froh, dass das Team aus der Ukraine gewonnen hat.
Was fandest Du sonst ganz gut? Ich hatte Moldavien auf meinem Zettel ganz oben. Die Truppe hat mich an „Super Mario“ erinnert. Ganz gut fand ich auch den Schweizer; der hatte eine richtig tolle Stimme.
Heute poppte dieses Bild auf meinem iphone auf:
Das war 2017. Da war Jonas gerade 20 geworden und Du zarte 12 Jahre alt. Am Tag davor waren wir zu dritt im Fußballstadion: Köln gegen Werder Bremen. Witzig. Schöne Erinnerung!
heute bin ich an einigen Punkten vorbeigekommen, die wir früher mal gemeinsam besucht haben. Nettersheim, da haben wir in 2017 zusammen nach prähistorischen Steinen in einem Acker gebuddelt, nicht unweit von dort sind die römischen Matronengräber, die Du, Pan-Pan und ich mal zusammen besucht haben und dann ist das auch der Weg nach Hellenthal, wo Du immer so gerne die Greifvögel angeschaut hast. Am Ende bin ich in Rurberg gelandet, wo wir in 2015 (auch Anfang Mai) zusammen zum ersten Mal den Wasserkaempfer in den Rursee haben heben lassen und abends war ich in dem Restaurant in Woffelsbach, wo Du das eine oder andere Wiener Schnitzel verputzt hast – und habe ein Wiener Schnitzel gegessen.
Ich wollte eigentlich schon gestern fahren, aber mir hat eine kleine Grippe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Donnerstag abends 39 Fieber, dann Freitag und Samstag weitestgehend im Bett verbracht. Heute Morgen auch und nun bin ich heute Abend dann doch nach Rurberg gefahren.
Was will ich hier eigentlich? Ich habe mir für eine Woche eine kleine Wohnung gemietet und will hier in aller Ruhe einige Kapital für meinen Kommentar neu schreiben. Die Umgebung passt gut. Es gibt an der Wohnung einen kleinen Balkon, von dem man auf den Rursee schauen kann. Das Lauteste, was man sonst hört, sind die Vögel.
Ich hoffe, es geht Dir gut und Du freust Dich auf Deinen Geburtstag.
Liebe Grüße schickt Dir aus der Eifel Dein Papa
P.s.: Kleines P.s. zum 4. Mai: (amerikanisch „May Fourth“)
die letzte Woche war nicht sehr von Ereignissen, die ich berichten müsste. Der übliche Bürokram. Am Donnerstag Vortragsveranstaltung in Frankfurt, am Freitag Partnerversammlung in Frankfurt. Soweit, so normal.
Am Montag erhielt ich die Nachricht, dass die Tante Martha verstorben ist. Du kannst Dich bestimmt nicht an sie erinnern. Sie war die älteste der 7 Geschwister vom Opi. Als wir Kinder waren, sind wir häufig mit Tante Martha und ihrem Mann in den Urlaub gefahren. Außerdem stand sie dem Opi von all seinen Geschwistern am nächsten.
Immerhin ist aber die Tante Martha 97 Jahre alt geworden. Es ging ihr zum Schluss gesundheitlich nicht mehr so gut, aber sie war bis zuletzt geistig vollständig fit. Auch kann man sagen und sie hat das selbst immer betont, dass sie ein sehr langes und sehr erfülltes Leben hatte. In ihrer Todesanzeige, die sie selbst vorbereitet hat, kann man sehen, dass im völligen Frieden gegangen ist.
Morgen ist die Beerdigung. Ich fahre also morgen früh nach Münster. Deshalb habe ich heute schon ein wenig vorgearbeitet.
Was Anderes: Wie haben Dir die Bilder von „Snoopy“ (Chewie) gefallen? Er ist schon echt goldig. Aber auch ein echt unruhiges kleines Kerlchen. So eine Ruhe ausstrahlende Retriever-Seele ist da was ganz Anderes. Klar Benni war in jungen Jahren auch zappeliger. Weißt Du noch, wie Deine Mama ihm das Wort „Decke“ beigebracht hat, damit er einen Ruheplatz im Haus findet. Da ist Benni weniger als 4 bis 5 Monate alt:
ich hoffe, Du hattest schöne Ferien. Was hast Du wohl gemacht? Warst Du vielleicht eine Zeit lang bei Frederik und Simone oder bei Jan und Katrin? Ich hoffe, Du hast einen guten Draht zu ihnen. Oder bist Du mit Deiner Mutter weggefahren?
Naja, dass ich in Nortmoor war, weißt Du ja schon. Danach bin ich auf die Insel Juist gefahren. Ein paar Tage wollte ich mir mal weg von zuhause gönnen. Juist ist etwas größer als Baltrum. Aber sonst sehr ähnlich. Ich weiß nicht, welche Erinnerungen Du an Baltrum hast. Ich musste jedenfalls dauernd an die verschiedenen Aufenthalte dort denken, während ich auf Juist war. An die Pferdekutschen, die kleinen Pensionen, die Restaurants, das Schwimmbad und die kleinen Geschäfte (ähnlich wie der „Stadtlander“).
Du weißt, dass ich dass Meer liebe und für mich eigentlich jeder Ort am Meer immer wirklich schön ist. Ich habe also viele lange Spaziergänge am Strand und durch die Dünen gemacht. Juist erstreckt sich über 14 Kilometer von Westen nach Osten. Man kann also doch relativ weit wandern. Snoopy, wie ich ihn nenne (eigentlich heißt er ja Chewie), war auch dabei. Hier eine kleine Kostprobe von dem Strandflitzer:
Ich glaube, in Sachen Beschleunigung, hätte Benni auch in jungen Jahren seine Mühe gehabt, ihm zu folgen. Jedenfalls wollte Benni nie so ausdauernd lange laufen. Ich denke aber oft, dass es sehr schön gewesen wäre, wenn die beiden sich noch kennen gelernt hätten und Benni ein bisschen von seiner inneren Ruhe an den unruhigen Geist Chewie weitergegeben hätte.
Nun sind die Ferien schon zuende. Ich habe auf Juist noch drei Kerzchen angezündet, für Dich, die Tante Ulli und den Wilhelm. Dass es Euch allen bald besser geht.