Weihnachten 2021

Lieber Schinski,

bist Du aufgeregt? Früher warst Du immer ziemlich aufgeregt am heiligen Abend. Das merkte man auch daran, dass Du eigentlich im Grunde fast alle Dinge, die man Dir so angetragen hat, auch wirklich sofort befolgt hast. Also, Aufräumen, Duschen, schick Anziehen etc.

Und weißt Du noch, wie wir dann zwei Stunden zu früh in die Kirche gegangen sind? Naja, am Heiligabend wollen ja alle in die Kirche gehen und deshalb mussten wir immer schon früh Plätze frei halten. Wir hatten uns beide ein Buch mitgenommen, saßen ganz vorne in der Kirche und haben gelesen. Einmal hast Du sogar der Küsterin noch ein bisschen bei den Vorbereitungen geholfen.

Während dessen „kam das Christkind“ bei uns vorbei. Ich weiß gar nicht, wie Du Dir dieses Christkind so vorgestellt hast und ob Du nicht schon damals irgendwie dachtest: „Warum ist eigentlich die Mama nicht mitgekommen zur Kirche?“

Irgendwie ist das Christkind nicht so richtig sichtbar. Wir hatten zwar immer die Krippe aufgestellt, in der das kleine, aus Holz geschnitzte Jesus-Kindchen seinen Platz hatte. Aber das war ja nur symbolisch. Aber irgendwie dachtest Du wahrscheinlich damals, ist es doch da.

Ja, irgendwie war es wahrscheinlich dabei. Hoffe ich. Irgendwie denke ich auch manchmal, ist der Opa Hans dabei. An den denke ich auch gerade viel. Naja, der kann ja nicht auch am Heiligen Abend mit seinen Freunden da oben im Himmel (da gehört bestimmt auch Dein Opa Ferdinand, der Onkel Eberhard und der Papa Bassett dazu) Karten spielen oder sowas. Dafür hat er ja sonst genug Zeit. Jedenfalls denke ich auch heute Abend wieder an die alle.

Und ich denke natürlich an Dich. Und irgendwie versuche ich, „in Gedanken bei Dir zu sein“. Naja, nicht nur heute Abend, sondern eigentlich immer. Aber heute Abend ganz besonders.

Lieber Matis, ich denke an Dich. Ich hab Dich lieb! Dein Papa

… kleiner Gruß zu Weihnachten

Lieber Schinski,

ich habe eben für Deine Mama eine Christrose vor die Tür gestellt. Ich hoffe, Ihr habt noch ein bisschen Platz auf Eurem Balkon. Die Christrose mag es nämlich kalt.

So sah das Ding eben beim Blumenhändler (liegend) aus. Vielleicht gefällt es Dir auch, ist aber wohl eher was für Deine Mama.

Liebe Grüße schickt Dir Dein Papa

Letzte Woche vor Weihnachten …

Lieber Matis, jetzt beginnt die letzte Woche vor Weihnachten. Du bist immer ziemlich aufgeregt vor dem Fest, weil Du dieses oder jenes Geschenk erwartest und weil Du die Feiern in der großen Familie so schön findest.

Zu den Geschenken hatte ich Dir ja im letzten Jahr schon etwas geschrieben. Ich finde sie nett, wäre aber auch ohne zufrieden. Ich fand in der Vergangenheit immer die Treffen in der Familie, mit der Arning-Familie und mit der Terlau-Familie, sehr schön. Du weißt ja, dass ich auch Deine beiden Onkel Jan und Frederik und deren Familien sehr mag. Leider habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen.

Bei mir wird in diesem Jahr die Omi zu Weihnachten zu Gast sein. Ich hole sie am Donnerstag in Nortmoor ab und bringe sie dann am 2. Weihnachtstag wieder dorthin und treffe dort die ganze Terlaus-Sippe. Das wird alles sehr gemütlich. Ich werde berichten.

Ansonsten ein paar Erinnerungen. Über das „Deine Freunde“-Konzert in Düsseldorf vor 5 Jahren hatte ich ja schon geschrieben. Im Dezember 2017 waren wir bei den Kölner Haien in der Arena. Erinnerst Du Dich noch an die „BeBeKuh-Bürger“?

Die Dame hinterm Tresen war erst ziemlich verwirrt, als Du das sagtest, weil sie mit einem „BeBeKuh-Bürger“ nicht anfangen konnte. Aber dann hat sie geschaltet und gemerkt, dass Du den BBQ-Burger haben wolltest – Deinen zweiten an dem Nachmittag. Ich fand das prima!

Liebe Grüße zum 4. Advent sendet Dir Dein Papa

3. Adventssonntag

Lieber Matis,

gestern bis gerade eben war der Wilhelm hier. Deshalb bin ich nicht dazu gekommen, Dir zu schreiben. Es war wie immer sehr schön. Wir haben gestern Abend zusammen gekocht, provencalische Kabeljau-Pfanne mit Polenta. Sehr lecker. Dazu Kamin und ein paar Gläschen Rotwein. Es gab viel zu erzählen.

Am Freitag kam ich nach Hause und fand einen kleinen Tannenbaum (50 cm) hier vor. Ich glaube, die Omi hatte ihn geschickt. Irgendwie hat sie da eine Quelle aufgetan.

Hat Dir Dein Nikolausgeschenkchen gefallen? Es ist das neueste Asterix-Buch.

Ich habe Dir in diesem Jahr keinen Adventskalender besorgt. Der vom letzten Jahr steht ja noch hier – neben den anderen kleinen Geschenken, die hier noch auf Dich warten.

Ich hoffe, Du hast auch einen schönen dritten Advent. Es ist ja ein bisschen regnerisch. Hast Du einen Lesesonntag eingelegt? Das Wetter würde ja dazu einladen. (Ach übrigens, das Büchlein von Andreas Englisch, das Du auf Deinem Schreibtisch siehst, habe ich Dir noch zum Nikolaus besorgt. Ich erzähle später davon.)

Es grüßt Dich ganz lieb Dein Papa

Gerade der Gang um den Adenauer-Weiher …

Lieber Matis, irgendwie reizte mich die kühle, aber angenehme Abendluft nach dem Abendessen zu einem Spaziergang . Zuvor hatte ich noch auf dem iphone Nachrichten über die Inthronisierung von Olaf dem I. gelesen. Dann raus in den Wald … die Benni-Runde. Der war natürlich in der ersten Sekunden präsent, als wäre er nie weg gewesen.

Ein komisches Gefühl war das. Ganz allein und doch diese ganzen Erinnerungen. Da hat er immer geschnüffelt, da gepieselt, da sein Häufchen hingelegt; an der Stelle hatte er zuletzt einen Schwächeanfall und da hat er immer die anderen Hunde begrüßt. Überall.

Hast Du das auch? Und dann ist er eben nicht da und ich denke, wie sinnlos ist doch der Spaziergang. … Ist der natürlich nicht, aber es fühlt sich doch ein bisschen so an.

Der fehlt schon ganz schön. Ich habe schon darüber nachgedacht, ob ich nicht einen neuen Benni anschaffen muss. Das wäre halt Trost und vielleicht auch wieder ein toller Begleiter bei abendlichen und morgendlichen Spaziergängen.

Ich gehe jetzt ins Bett. Liebe Grüße von Deinem Papa

Nikolaus

Lieber Matis, ich hoffe, Du kannst die kleine Gabe vom Nikolaus gebrauchen.

Ach, übrigens vor 5 Jahren waren wir um diese Zeit gemeinsam in Düsseldorf beim „Deine Freunde“-Konzert. Erinnerst Du Dich noch?

Liebe Grüße von Deinem Papa

One of these days …

Lieber Schinski,

heute war echt viel los; ich hatte drei Video-Konferenzen. Aber es war auch nett.

Ab 17:00 Uhr noch eine kurze Kölner Partnerversammlung. Am Ende verabschiedete sich ein älterer Partner, der zum Jahresende ausscheidet und für den das die letzte Partnerversammlung war. Er erzählte aus der Vergangenheit von einer Versammlung vor 7 Jahren, in der es um die Anschaffung einer neuen Video-Konferenz-Anlage ging. Die wurde dummer Weise während der Diskussion immer teurer und die Diskussion damals muss sehr hitzig gewesen sein. Bis einer der älteren Partner meinte: „Wir machen das nicht und versaufen statt dessen das Geld.“ Das war im Grunde dann das (vorläufige) Ende der Diskussion und der Beginn einer längeren Biertrinkerei der Partner an dem Abend. Die Anlage wurde später doch angeschafft.

Ein bisschen wie bei Asterix, oder? Leider gab es heute Abend kein Bier, weil wir Corona-Compliance-gemäß online getagt haben. Das Bier gibt es heute Abend zuhause.

… mal schauen, was im Fernsehen ist.

Liebe Grüße von Deinem Papa

Ein schönes, passendes Gedicht für Dich, lieber Matis (von Rudyard Kipling, der Autor vom Dschungelbuch)

Wenn Du beharrst, da alle um Dich zagen und legen Ihren Kleinmut Dir zur Last, vertrauen zu Dir bewahrst, da andere Dir’s versagen, doch auch Verständnis für Ihr Zweifeln hast.

Wenn Du zu warten weisst, und bleibst gelassen, betrogen fern Dich hältst von dem Betrug.

Wenn Du gehasst, Dich hütest mitzuhassen – und doch zu gut nicht scheinst, noch sprichst zu klug.

Wenn träumend Du nicht singst im Traume sumpfe und – denkend – Denken nicht zum Ziele Dir machst.

Wenn Du begegnend Unglück und Triumphe, die zwei Betrüger gleicher weis verlachst.

Wenn Du die Wahrheit, die Du sprachst, kannst hören, von Buben frech zum Narrenfang verdreht, kannst zuschauen, wie Sie, was Du schufst, zerstören, Dich beugst und baust bis es von Neuem steht.

Wenn Du vermagst, was Du nur hast, zu raffen, und legst auf eine Karte alles hin, verlierst und fängst von vorne an zu schaffen und wirst dabei die Miene nicht verziehn.

Wenn Du das Herz, die Nerven und die Sehnen zum Dienst zwingst, da sie letzte Kraft verlässt, da stehst mit hart zusammen gebissenen Zähnen, wenn nichts als nur der Wille sagt! Steh fest, steh fest.

Wenn Du dem Volke reinen Wein kannst schenken, mit Königen im schlichten Umgang stehen.

Wenn weder Feind Dich kann, noch Freund Dich kränken, wenn alle nah, doch nicht zu nah Dir gehen.

Wenn Du jede Stunde erfüllst mit Ihrem Werte, dass keine je vergeblich Dir zerrann.

Dein ist mit allem, was sie trägt, die Erde, und mehr als das, mein Sohn – Du bist ein Mann.

Blockchain-Konferenz + Omis Geburtstag

Lieber Matis,

am Donnerstag war ich bei einer Konferenz zur Anwendung von Blockchain-Technologie. Natürlich ging es darum, wie Banken und FinTech-Unternehmen von dieser Technologie profitieren können.

Du hast bestimmt schon davon gehört. Weißt Du noch als wir zusammen im Sommer 2016 in Cannes Urlaub gemacht haben. Da habe ich zwei Tage lang einen Beitrag für das Bankrechtshandbuch schreiben müssen, genau über dieses Thema. Vielleicht erinnerst Du Dich noch. Damals habe ich mir ein Buch von Antonopoulos durchgelesen: „Mastering Bitcoins“. Es war eine Erläuterung wie Bitcoins entstehen.

Im Grunde beruhen Bitcoins vor allem auf einem Mechanismus, die Echtheit einer Transaktion zu verifizieren. Die Hauptaufgabe des Erfinders war es, zu gewährleisten, dass nur der wirklich berechtigte Inhaber von Bitcoins diese übertragen kann. Dafür hat er sich ausgedacht, dass jeder Bitcoin jeweils durch einen öffentlichen und einen privaten kryptographischen Schlüssel gesichert wird. Der öffentliche ist eine Adresse, die überall einsehbar ist. Der private Schlüssel ist nur dem Inhaber bekannt. Nur wenn ich den privaten Schlüssel korrekt eingebe, kann ich den Bitcoin an einen anderen Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks transferieren. Dabei wird jede Transaktion von einem dritten Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerks (einem Node) geprüft, der (unter Einsatz von viel Rechnerleistung) sämtliche Berechtigungen an dem Bitcoin bis zu dessen Entstehung zurückverfolgt. Wenn ein Node so etwa 250 Transaktionen geprüft hat, darf er diese in einem sogenannten Block zusammenfassen, abschließen und dann der Kette vorher geprüfter Blöcke, also der Blockchain, hinzufügen. Wenn er diese Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat, darf er dafür einen Bruchteil eines neuen Bitcoins gewissermaßen als Entlohnung selbst schaffen (man sagt „schürfen“, engl „mining“).

Der Bitcoin ist dabei eine Art Muster für andere Kryptowährungen und kryptologische Verfahren, wie Ethereum, Litecoin, Ripple und andere. Es entstehen laufend neue solcher Blockchain-Anwendungen. Großes Hype-Thema ist der Non-Fungible Token. Du kannst ja mal selbst nachlesen, was das ist.

Ursprünglich, als ich mich in 2013 erstmalig damit befasst habe, hatte ich mal geglaubt, dass Bitcoins & Co bald die staatlichen Währungen (Euro, US-Dollar und andere) ablösen werden. Das sieht aber nicht danach aus. Bitcoins sind aktuell vor allem Spekulationsobjekte, weil der Kurs sich rasant entwickelt hat. Die Gesamtzahl der Bitcoins ist nämlich technisch begrenzt, d.h. irgendwann bald ist die maximale Anzahl erreicht, und Verknappung macht ein Gut teurer, das ist ein ehernes volkswirtschaftlichen Gesetz. Als ich in 2016 meinen Buchbeitrag dazu verfasste, lag der Kurs bei rund 1.000 US-Dollar. Danach ist er mal gefallen, mal gestiegen, aber lag schon im nächsten Jahr bei rund 10.000 US-Dollar. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 60.000 US-Dollar.

Vor zwei Jahren entwickelte Facebook eine eigene Kryptowährung mit Namen „Libra“. Ich habe selbst einige Vorträge dazu gehalten. Libra, die zwischenzeitlich in „Diem“ umbenannt wurden, ist aber irgendwie wieder vom Erdboden verschwunden. Man hört nicht mehr viel davon.

Vielleicht hat Dich das ja ein bisschen interessiert.

Heute und gestern war ich übrigens in Nortmoor. Wir haben Omis Geburtstag heute mit einem Brunch nachgefeiert.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche! Liebe Grüße von Deinem Papa