Lieber Matis,
was machst du eigentlich so, bei diesem Wetter? Eigentlich ist es ja ganz gemütlich draußen. Die Blätter verfärben sich, einige fallen schon. Aber die Temperaturen sind noch richtig gemäßigt, angenehm. Als wir noch in der Krieler Straße wohnten, in dem Herbst, das muss also 2007 gewesen sein, du warst 2 Jahre alt, da haben wir bei solch einem Wetter im Park eine „Blätterschlacht“ gemacht. Wir haben einfach mit den Blätterhaufen geworfen. Das war echt lustig und du hattest damals als kleines Kind ein tolles, ansteckendes und durchdringendes Lachen. Das hat noch mehr Laune zur „Blätterschlacht“ gemacht. Wirklich genial.

Ich habe dir noch nicht erzählt, dass mein Sportgerät kaputt gegangen ist. Ich hatte Anfang August einen Unfall mit dem Rennrad. Ich bin von einem Auto angefahren worden. Mir ist eigentlich nicht passiert, aber ich bin auf mein Rad gefallen und das auf die Straße gestoßen. Die Untersuchung bei Radfieber hat ergeben, dass das Fahrrad eigentlich nicht mehr gefahren werden, weil der Rahmen für das Auge unsichtbare Brüche aufweist. Jetzt kämpfe ich gerade mit der Versicherung von der Autofahrerin, dass sie mir das Rad ersetzt. Jedenfalls habe ich aktuell kein Rennrad. Sonst wäre ich sicherlich gestern gefahren; das Wetter war ja genial.
Heute Morgen habe ich mit einem alten Mandanten von mir gesprochen. Ich habe ihn privat angerufen. Denn er ist schon pensioniert und hat aus seinem Vermögen eine Stiftung gegründet, mit der er in Afrika Schulen und Krankenhäuser baut. Ich habe ihn mal gefragt, ob jemand wie du, wenn du in gut eineinhalb Jahren dein Abitur hast, danach vielleicht mal eine freiwilliges soziales Jahr in einer seiner Einrichtungen absolvieren kann. Vielleicht fändest du das schön. Er meinte, dass er sich das durchaus vorstellen kann. Z.B. gibt es in Nigeria eine Schule, die die Stiftung betreibt. Die Lehrer können dort durchaus Unterstützung gebrauchen und würden sich sehr freuen. (Die Bilder sind nicht von ihm, aber sie illustrieren, was ich meine.)
Hättest du dazu Lust. Ein Enkel von den Bassetts hat das auch damals nach seinem Biologie-Studium gemacht. Er war zwei Jahre in Togo. Es fand es sehr anstrengend, aber er kam damals ganz begeistert zurück (auf dem Rückweg in die USA hatte er einen Zwischenstop in Deutschland und hat mich besucht). Ich glaube, dass man durch ein solches Erlebnis sehr bereichert wird. Und eines ist sicher: Du hättest auf einen Schlag vierzig kleine Fans.
Denk mal drüber nach!
Liebe Grüße sendet dir dein Papa


