Die Weite des Universums

In diesen Tagen, dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Jahres, kommen wieder die Sterndeuter zu Wort. Die Astrologen sind die, die aus den Sternen die Zukunft meinen ablesen zu können. Ich persönlich bin da etwas skeptisch. Deshalb interessiert mich eigentlich mehr die Astronomie, die Wissenschaft von der Erforschung des Universums.

Im letzten Jahr, von der breiten Öffentlichkeit eher unbeachtet, haben Astronomen einige erstaunliche Forschungsergebnisse hervorgebracht. Sie haben nicht nur berechnet, in welchen Bahnen sich 40.000 verschiedene Sterne in den nächsten 400.000 Jahren (Kleinigkeit :-)) bewegen werden. Sie haben auch ein Panorama der Röntgenstrahlung im Universum erstellt. Und zusätzlich – mal eben so – haben sie eine Karte, d.h. eine Aufzeichnung, der Sterne der letzten 11 Mrd. Jahre erstellt. Das sind unvorstellbare Dimensionen.

Die Beobachtungen und Erforschungen haben zum einen in den USA, im Weltraumforschungs-zentrum in Apache Point, New Mexico, mit einem Weitwinkelteleskop von der Erde aus stattgefunden. Zum anderen haben sich die Forscher der Weltraumteleskope eRosita (vom deutschen Max-Plack-Institut) und Gaia bedient.

Was für Dimensionen das Weltall hat, wird einem erst einmal bewusst, wenn man sich ein paar Beispiele vor Augen führt. Licht benötigt etwas mehr als eine Sekunde, um vom (Erd-)Mond zur Erde zu gelangen. Wie schnell war noch genau das Licht? Ja, genau: 300.000 Kilometer pro Sekunde. Die Entfernung von Mond zur Erde variiert zwischen 356.000 bis 406.000 Kilometern. Im Vergleich: Der Umfang der Erde am Äquator misst gerade einmal 40.000 Kilometer, die Entfernung New York – Frankfurt beträgt gerade einmal 6.204 Kilometer. – Aber, in einer Lichtsekunde gelangt man nur zum Mond. Zwischen Erde und Sonne liegen 8 Lichtminuten, d.h. ein Lichtstrahl der Sonne benötigt 8 Minuten, bis er auf die Erde trifft, Distanz ungefähr 150 Millionen Kilometer. Zwischen Erde und Mars liegen zwischen 56 und 401 Millionen Kilometer.

Der nächste Nachbarstern zur Sonne ist Proxima Centauri. Dieser ist von der Erde 4,3 Lichtjahre entfernt, d.h. einhundert Millionen Mal weiter als der Mond.

Von solchen Sterne gibt es enorm viele. Die Milchstraße, die eine Galaxie aus 100 bis 400 Millionen Sternen ist, hat eine Ausdehnung von 185.000 Lichtjahren. Sie ist, so nimmt man aktuell an, nur eine von rund zwei Billionen Galaxien.

Mit einem Teleskop kann man auch noch weiter sehen. Die der Milchstraße am nächsten gelegene Galaxie, Andromeda, kann man wohl noch mit bloßem Auge sehen, wenn man geübt ist. Die benachbarten Galaxien nennt man eine lokale Gruppe; Milchstraße und Andromeda gehören zu solch einer lokalen Gruppe. Die lokalen Gruppen werden einem Supercluster zugeordnet. Milchstraße und Andromeda gehören zum Supercluster mit Namen „Virgo“.

Mit dem größten Teleskop bisher, dem Hubble Teleskop, können Forscher extrem weit schauen; so haben sie im Jahr 1995 sehr schwach erleuchtete Galaxien gefunden, von deren Licht sie annehmen, dass es bereits 12,5 Mrd. Jahren unterwegs sein muss (Entfernung: 12,5 Mrd. mal 365 mal 24 mal 360 mal 300.000 Kilometer). Das Universum, so die Forschung, besteht seit dem Urknall (Big Bang), der vor gut 13,8 Mrd. Jahren stattgefunden haben soll.

Da ist die sogenannte Whirlpool-Galaxie noch verhältnismäßig nah, nur 25 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie kreist um ein schwarzes Loch. Damit und mit weiteren Geheimnissen des Universums sollten wir uns später noch weiter befassen.