Dein Geburtstagsgeschenk

Lieber Schinski,

ich möchte Dir gerne zu diesem Geburtstag etwas Besonderes schenken. Eine gemeinsame Reise (wir beide, niemand sonst). Du darfst Dir das Ziel aussuchen. Das Ziel darf auch auf anderen Kontinenten liegen, z.B. in Asien (Tokyo, Peking, Kathmandu) oder Australien (Sidney). Ich denke, die Reise sollte innerhalb einer Woche zu absolvieren sein.

Vielleicht würde Dir auch ein Ziel in Afrika gefallen (Namibia oder Botswana z.B.).

Kleine Ergänzung (Sonntag 22:15h): Vielleicht ist Feuerland auch nicht schlecht. Da gibt es immerhin den Bezug über Braulio. Der ist ja da in der Nachbarschaft aufgewachsen:

Du kannst diesen Gutschein einlösen, wann es Dir passt. Der Papa wird sich die Zeit nehmen.

Ich hoffe, Du feierst heute schön und hast das in der letzten Woche hoffentlich auch schon tun können!

Liebe Grüße sendet Dir Dein Papa

Danke für die lieben Wünsche

Lieber Matis,

danke, dass ihr uns zum Tod von Omi so liebe Wünsche geschickt habt. Das freut mich sehr.

Der Vater von Miriam und Rebecca hat mir übrigens auch so liebe Worte geschickt und dabei auch noch einmal besonders seine Dankbarkeit ausgedrückt, dass die Omi die beiden Mädchen ähnlich wie Dich – sie haben sie nur sehr viel kürzer gekannt als Du – sehr ins Herz geschlossen hat.

Das alles bedeutet für mich sehr viel Trost.

Die Omi war sehr traurig in den letzten Jahren, dass sie Dich nicht noch einmal getroffen hat. Wir haben sehr viel über Dich gesprochen. Ich nehme an, dass Du mittlerweile die Traueransprache gelesen hast, die ich für die Omi geschrieben habe. Du warst für die Omi eines ihrer Enkelkinder, so wie Lisa, Jonas, Marie und Moritz. Das weißt Du ja auch.

Liebe Grüße sendet Dir Dein Papa

Omis Beerdigung ist am nächsten Samstag – und ich bin jetzt Großonkel

Lieber Matis,

ich habe heute Dein Gotteslob ausgeliehen. Es steht ja noch in Deinem Zimmer im Regal. Ich habe die Trauerfeier für die Omi vorbereitet. Ein paar von den Liedern musste ich nachschlagen.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch, wie ich die Trauerfeier für den Opi vorbereitet habe. Neben den Liedern hatte ich damals auch eine Traueransprache verfasst – ist halt nicht so mein Ding, dem Pfarrer die Deutungshoheit über das Leben meiner Eltern zu überlassen. So habe ich es jetzt auch mit der Omi gehalten. Ich habe Dir den Text der Ansprache in den Login-Bereich eingestellt.

Ja, die Omi wird uns sehr fehlen. Meine wöchentlichen Telefonate mit ihr. Nicht wenige davon hatten das Thema: Matis. Sie hätte Dich sehr gerne noch einmal gesehen und in die Arme geschlossen. Ich weiß und Du weißt es, dass die Omi eine längere Zeit gebraucht hat, bis sie Dich richtig in ihr Herz geschlossen hat. So ist das schonmal mit so alten Westfalen. Aber wenn es dann so weit ist, hält es für immer. Sie hatte Dich sehr in ihr Herz geschlossen, genauso wie Marie und Moritz und Jonas und Lisa. Sie hat genauso darunter gelitten, dass Du Dich nicht gemeldet hast, wie ich. Ich weiß (und habe das schriftlich von ihr), dass sie Dich gerne auch in ihrem Testament bedacht hätte, wie ihre anderen Enkelkinder auch. Ich hoffe, dass bald die Zeit kommt, wo ich Dir das alles einmal genauer erzählen kann.

Etwas mehr als zweieinhalb Stunden bevor die Omi sich am Mittwoch verabschiedet hat, wurde im gleichen Krankenhaus in Nordhausen (Thüringen) die Tochter von Lisa geboren, Finja Sophie. Die kleine Finja war auch der Grund, weshalb die Omi am vorletzten Wochenende mit Jonas nach Nordhausen gereist ist. Sie wollte Lisa noch einmal sehen, bevor das Kind da ist. Vermutlich hat sie sich gedacht, dass es dann noch ein bisschen ruhiger ist bei Lisa und Lisa auch Zeit für sie hat. Die Omi hatte in den letzten Wochen zusammen mit einer Nachbarin für die kleine Finja allerlei Mützchen und Jäckchen gehäkelt. Das hat sie alles der Lisa mitgebracht. Sie hat diese Vorbereitung richtig genossen, ein weiteres Stückchen Glück für sie. Die Mütze auf dem Foto ist von der Omi.

Ich war am letzten Wochenende in Nordhausen und habe dabei auch Lisa zuhause besucht. Sonntags habe ich sie noch gesehen. Ab Montag war sie schon im Krankenhaus. Aber ich war natürlich vor allem dort, weil die Omi sich auch in dem Krankenhaus befand. Das ist schon ein interessanter Zufall, oder?

Ich werde die Omi immer in sehr dankbarer Erinnerung behalten. Und ich bin sehr traurig, dass sie uns verlassen hat, auch wenn ich weiß, dass es irgendwann ja leider passieren musste. Aber ich hatte irgendwie gehofft, dass sie noch viele Jahre bei uns bleibt. Sie wird mir sehr fehlen und sie hinterlässt eine sehr große Lücke.

Dann Papa ist sehr traurig und schickt Dir liebe Grüße

14 Minuten

Lieber Schinski,

heute habe ich meine Radtour durch den Kölner Norden gemacht. Also Frechen – Pulheim – Worringen – Niehl – Nippes – Ehrenfeld und dann zurück. Teilweise ist das ziemlich industriell, vor allem in Niehl entlang der Fordwerke. Aber es gibt auch viele sehr schöne Strecken, vor allem zwischen Frechen, Pulheim und Worringen. Insgesamt sind das 56 Kilometer. Naja, so langsam kommt der alte Papa wieder in Form :-).

Am Ende bin ich an Deiner Schule vorbeigekommen. Also auf der Inneren Kanalstraße an der Ecke Krefelder Straße. Von da bis zur Ecke Aachener Straße Raschdorffstraße habe ich mit dem Fahrrad weniger als 14 Minuten gebraucht. Das finde ich für eine Schulstrecke nicht schlecht. Naja, wenn Du den schöneren Weg durch den Park fährst, dauert es sicherlich ein bisschen länger. Nimmst Du häufiger mal das Fahrrad?

Wie gehts Dir eigentlich in der Schule? Ich nehme an, dass Deine Lehrer unverändert echt fürsorglich und sehr engagiert sind. So habe ich sie jedenfalls kennengelernt. Und sonst? Hast Du nette Freunde in der Schule gefunden?

Hast Du mal ChatGPT ausprobiert? Ich habe mich heute registriert. Und gleich mal ein paar „Aufträge“ vergeben. Dabei waren einige Resultate ganz gut: „Welche Bedeutung haben die Sonnenblumen von van Gogh?“ wurde ganz sinnvoll mit mehreren Deutungen beantwortet. Auch die Frage: „Welches sind die bedeutendsten Werke von Georg Philipp Telemann? Die Frage: „Weshalb gibt es im Sudan Bürgerkrieg?“ wurde dagegen nur extrem oberflächlich und generell behandelt. Kaum brauchbar. Was würdest Du abfragen? Zum Beispiel: „Who are the founders of Rodeo Stampede?“ Das hat nämlich die gute R. abgefragt, die 14-jährige Tochter von Susanne.

Zum Schluss noch was Hübsches:

Foto im Hintergrund an der Wand im Haus: Matis und Papa in London im Museum. Liebe Grüße zum Wochenende sendet Dir Dein Papa

Die Abiturienten

Hey Schinski,

in dieser Woche schreiben Marie, Moritz und die älteste Tochter von Susanne ihre ersten Abiturklausuren. Vielleicht denkst Du auch an ein wenig an sie! Sie können jede Unterstützung gebrauchen.

Ich habe heute Abend nach dem Gottesdienst im Dom drei Kerzen angezündet (die ganz vorne im Bild). Vielleicht hilft es.

Liebe Grüße von Deinem Papa

P.s.: Das letzte Mal war ich zusammen mit Braulio im Dom zum Gottesdienst. Witzig?

Osterferien

Lieber Schinski,

hier am Strand in Belgien fuhr heute Mittag ein Junge von vielleicht 15 Jahren mit seinem Waveboard über die Strandpromenade. Naja, ich habe natürlich sofort gedacht: Der Mats macht das cooler.

Fährst Du noch viel? Hast Du noch ein intaktes Waveboard? Bei Deinem vorletzten haben sich ja irgendwann die Schreiben selbständig gemacht. Weißt Du noch, wie wir zusammen durch den Stadtwald gefahren sind, Du auf dem Waveboard – oder bist du auch auf Inlinern gefahren? – und ich auf Inlinern? Es war jedenfalls nicht so einfach für mich, deinen alten Knacker-Papa, mit Dir mitzuhalten. Aber wir haben damals eine ziemlich große Runde geschafft, inklusive ein paar Runden über die Parkplätze vor dem Stadion.

Heute bin ich meine zweite Radtour an der belgischen Küste entlang gefahren. Das Wetter war ja gestern und heute traumhaft und es macht richtig Spaß, hier teilweise am Strand entlang, häufig aber auf der Straße hinter den Dünen, oder durch die kleinen Orte entlang oder in der Nähe der Küste zu fahren. Gestern ging es eine längere Strecke auch an einem Kanal entlang. Da gabe es eine Seitenstraße, auf der eigentlich keine Autos fahren – sehr gemütlich. Heute bin ich nach Norden gefahren – Blankenberge, Zeebrugge und so weiter und dann wieder zurück. Beides keine allzu langen Touren. Muss erst mal wieder in Form kommen. Hier die Beweisfotos, die ein netter Spaziergänger von mir gemacht hat:

Der Urlaub ist in diesem Jahr sehr kurz. Nur von Donnerstag bis morgen. Wir mussten ja in Köln eine angehende Abiturientin unterstützen.

Ich hoffe, Du hast Deine Osterferien genossen. Liebe Grüße sendet Dir Dein Papa

Vier Jahre, Dein Kompass

Lieber Schinski,

vier Jahre liegt es schon zurück, dass ich Dich an einem Mittwoch morgens zur Schule gebracht habe. Du hast Dich seither entwickelt, bist sicherlich zu einem engagierten jungen Mann geworden, hast Deine Ansichten von der Welt und Ideen, welche Rolle Du in dieser Welt einnehmen willst. Ich würde sie gerne erfahren, Deine Ideen und Überlegungen. Ich glaube, ich wäre begeistert von vielem, was Du sagen würdest.

Du hast einen sehr guten inneren Kompass. Den hast Du schon in der Grundschule häufiger unter Beweis gestellt, wo Deine Lehrerin lobte, dass Du Dich für die schwächeren Schüler in Deiner Klasse einsetzt und ein gutes Gefühl für ungerechte Behandlungen anderer durch Deine Mitschüler habest. Das wurde auch in Deiner jetzigen Schule, Bilingo Campus, häufiger bestätigt: Dein guter Kompass.

Was Du vielleicht noch nicht so genau weißt: Wenn man den Kompass abliest, zeigt er nicht immer wirklich zum magnetischen Nordpol. Jeder Kompass wird von metallischen Gegenständen und sonstigen Magnetfeldern in der Umgebung abgelenkt. Auf Schiffen gibt es dafür sog. Ablenkungstabellen, die besagen, um wieviel Grad man den am Kompass abgelesenen Kurs um die Ablenkung (durch die Umgebungsgegenstände) korrigieren muss, um die richtige Messung zu erhalten. Die Ablenkung kann bisweilen sehr groß sein, wenn starke Magnetfelder einwirken. Wenn man also die Ablenkung nicht berücksichtigt, können sich bei der Peilung ganz erhebliche, manchmal fatale Folgen einstellen. Das kann dazu führen, dass man das Schiff auf einen Felsen lenkt und es kentert, weil man die Ablenkung nicht einkalkuliert hat.

Achte also auf die Ablenkungen! Das ist leider das schwierigste. Die Ablenkungen kommen bisweilen als vermeintlich gut meinende Ratschläge daher. Wichtig ist, dass Du die Ursachen der anderen „Magnetfelder“ erforscht und herausfindest, ob und wie sie ablenken. Es gibt handfeste Interessen, weshalb andere Dich von Deinem Kurs ablenken wollen. Putin versucht Israel und die Türkei auf seine Seite zu ziehen, teils unter Ausnutzung wirtschaftlicher Abhängigkeiten, um einen Keil in das westliche Bündnis und die Nato zu treiben. Das nützt seinen Plänen, die Ukraine teilweise zu vereinnahmen. Das muss man wissen und in Rechnung stellen, wenn man Israels oder türkische Reaktionen zum Ukraine-Konflikt betrachtet.

Du kennst wahrscheinlich auch Beispiele aus der Schule. Andere Schüler kommen zu Dir und erzählen, dass der oder jener ein Idiot sei, nur lüge, andere verprügele oder nichts könne etc. – nur um Dich als ihren Verbündeten gegen diesen oder jenen zu gewinnen. Ich weiß, dass Du das so schon erlebt hast.

Ist nicht immer einfach, die ehrlichen und die manipulierenden Leute voneinander zu unterscheiden. Dazu braucht man viel Erfahrung und viele solcher Situationen kann man erst durchschauen, wenn man älter wird. Richtig?

Mein lieber Sohn, ich würde Dir sehr gerne helfen bei solchen Einschätzungen. Ich bin sicher, dass Du Dir viele Male schon einen väterlichen Rat gewünscht hast. Ja, ist leider alles nicht so einfach. Aber Du gewinnst selbst eine ganze Menge Erfahrung und wirst älter. Ich glaube fest daran, dass Dein Kompass recht robust ist und dass Du die Ablenkungen nach und nach erkennst und bei Deiner Richtungsfindung immer zutreffender berücksichtigt.

Dein Papa hat Dich sehr lieb! Ich wünsche Dir frohe Ostern!!

P.s.: Hier ein paar Bilder vom Rursee von diesem Wochenende:

Ocean Race

Hey Schinski,

hier noch ein bisschen Ocean Race für die Ferienunterhaltung (sollst ja nicht die ganze Zeit vorm Laptop sitzen, aber dies ist mal was Anderes) – schau Dir das mal an:

Sowas ist schon wirklich cool. 2.500 Kilometer Entfernung vom nächsten Festland und dann mit 34 Knoten (68 km/h) auf dem Wasser unterwegs.

Liebe Grüße von Papa